» » Wer muss bei einem Unfall mit dem Firmenwagen zahlen?

Wer muss bei einem Unfall mit dem Firmenwagen zahlen?

Wer muss bei einem Unfall mit dem Firmenwagen zahlen?
Ob Mitarbeiter einen Schaden allein zahlen müssen, hängt auch von der Schadenshöhe ab.

Wer mit dem Firmenwagen unterwegs ist und einen Unfall baut, ist fein raus. Schließlich gehört das Auto dem Arbeitgeber, und der muss für Inspektionen und Reparaturen zahlen. Doch ist es so einfach?

Baut ein Mitarbeiter mit dem Dienstwagen einen Unfall, greift hier das sogenannte Haftungsprivileg für Arbeitnehmer. Das heißt, er haftet für durch ihn verursachte Schäden auch in diesem Fall nur bei grober Fahrlässigkeit: In solchen Fällen hätte der Unfall nicht passieren dürfen. Dazu zählen beispielsweise alkoholisiertes Fahren oder das Überfahren einer roten Ampel.

Ob der Mitarbeiter aber komplett allein den Schaden zahlen muss, hängt auch von der Schadenshöhe ab. Ist der Schaden beispielsweise extrem hoch, orientiert sich die Haftungshöhe auch hier an seiner Einkommenshöhe. Bei einer mittleren Fahrlässigkeit teilen sich Arbeitgeber und Mitarbeiter auch hier die Schadenskosten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Mitarbeiter den Unfall hätte vermeiden können. Solch ein Verhalten liegt vor, wenn er aufgrund einer überhöhten Geschwindigkeit oder eines zu geringen Sicherheitsabstandes einen Unfall verursacht. Wie hoch die Kosten dabei für den Mitarbeiter konkret sind, hängt davon ab, wie groß sein Verschulden ist.

Ein Schaden soll Mitarbeiter nicht ruinieren

Wichtig: Dienstwagen sind in der Regel vollkaskoversichert. Das heißt aber nicht, dass Mitarbeiter hier aus der Haftung raus sind. In der Regel müssen sie dann die Selbstbeteiligung (die zwischen 300 und 1000 Euro liegen kann) zahlen.

Eine leichte Fahrlässigkeit liegt vor, wenn der Mitarbeiter unachtsam ist und beispielsweise bei Glatteis einen Unfall baut. Dann muss der Arbeitgeber und/oder die Kfz-Versicherung den Schaden zahlen. Weil ein Schadensfall aber grundsätzlich nicht den Mitarbeiter ruinieren soll, werden in der Praxis die Gesamtumstände von Schadenanlass und -folgen gegeneinander abgewägt.

 

Buchauszug aus SPIEGEL-Bestseller:

Was Chefs nicht dürfen (und was doch) Bestseller

 

Was Chefs nicht dürfen – und was doch
von Sabine Hockling und Ulf Weigelt
Ullstein Verlag (1. Auflage, Juni 2017)
9,99 Euro (D)
ISBN 978-3-548-37694-3

 

 

 


„Die Ratgeber“ übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der über uns verbreiteten Rechtsinhalte. Insbesondere ersetzten die Beiträge grundsätzlich nicht eine fachkundige Rechtsberatung.