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Müssen Mitarbeiter im Urlaub erreichbar sein?

Müssen Mitarbeiter im Urlaub erreichbar sein?
Ständiges Reagieren auf berufliche Anfragen widerspricht dem Urlaubszweck.

Ist der Arbeitstag vorbei, ist bei vielen Mitarbeitern dennoch das Smartphone immer griffbereit dabei. Denn ob Anruf, SMS oder E-Mail, die Kontaktaufnahme außerhalb der Arbeitszeit gehört für viele Mitarbeiter mittlerweile dazu. Doch was ist im Urlaub?

Die ständige Erreichbarkeit ist gefährlich und macht unter Umständen krank, wie diverse Untersuchungen der vergangenen Jahr zeigen. Richtig stressig wird es für Mitarbeiter, wenn sie auch während ihres Urlaubs kontaktiert werden. Doch müssen Mitarbeiter überhaupt im Urlaub erreichbar sein?

Nein, denn Urlaub dient der Erholung – das Bundesurlaubsgesetz verlangt es sogar. Dementsprechend widerspricht ein ständiges Reagieren auf berufliche Anfragen dem Urlaubszweck. Daher dürfen Mitarbeiter im Urlaub ihr Smartphone ausschalten bzw. Anrufe, E-Mails und Kurznachrichten ignorieren – ohne arbeitsrechtliche Sanktionen befürchten zu müssen.

Urlaub selbstbestimmt und uneingeschränkt verbringen

Nach § 1 des Bundesurlaubsgesetzes schulden Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Erholungsurlaub. Und dazu zählt, dass Arbeitnehmer ihren Urlaub selbstbestimmt und uneingeschränkt verbringen können. Das ist natürlich nicht gewährleistet, wenn Arbeitgeber ihre Mitarbeiter trotz Urlaub ständig kontaktieren – und die nicht abschalten können.

Wichtig: Auch in ihrer Freizeit müssen Mitarbeiter nicht an ihr Diensthandy gehen. Denn Arbeitszeit ist Arbeitszeit und Freizeit ist Freizeit.

 

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Was Chefs nicht dürfen (und was doch) Bestseller

 

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Ullstein Verlag (1. Auflage, Juni 2017)
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ISBN 978-3-548-37694-3