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Können Mitarbeiter ein Personalgespräch ablehnen?

Können Mitarbeiter ein Personalgespräch ablehnen?
Ist das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter angespannt und der Chef fordert ein Personalgespräch, sollte der Mitarbeiter vorab das Gesprächsthema erfragen.

Personalgespräche sind bei vielen Mitarbeitern nicht besonders beliebt. Dabei ist gerade so ein Gespräch für sie eine hervorragende Gelegenheit, um auf ihre Erfolge und Stärken der vergangenen Monate hinzuweisen – und so den nächsten Karriereschritt einzuläuten.

Dennoch möchten sich viele Mitarbeiter am liebsten davor drücken. Doch darf der Mitarbeiter den Gesprächswunsch seines Arbeitgebers überhaupt ablehnen? Wenn ein Chef mit einem Mitarbeiter über dessen Arbeit sprechen möchte, darf der Mitarbeiter das Gespräch nicht ablehnen. Das wäre eine Verletzung seiner arbeitsvertraglichen Pflichten. Die Folge: Der Arbeitgeber darf mindestens eine Ermahnung, wenn nicht sogar eine Abmahnung aussprechen – und im Wiederholungsfall kündigen.

Wichtig: Weil solche Gespräche während der Arbeitszeit stattfinden, können Arbeitgeber sowohl Zeit, Ort als auch Inhalt bestimmen. Mitarbeiter sind aber nicht verpflichtet, sich aktiv zu beteiligen, Stellung zu beziehen oder auf Fragen zu antworten.

Mitarbeiter können vorab das Gesprächsthema erfragen

Es sei denn, in dem Gespräch soll es um eine Änderung des Arbeitsvertrages gehen. Dann dürfen Mitarbeiter das Gespräch ablehnen – ohne arbeitsrechtliche Sanktionen befürchten zu müssen. Denn dann kann es auch um eine mögliche Änderungskündigung gehen. Und das müssen Mitarbeiter nicht unvorbereitet über sich ergehen lassen.

Tipp: Ist das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter angespannt und der Chef fordert ein Personalgespräch, sollte der Mitarbeiter vorab das Gesprächsthema erfragen und unter Umständen eine Vertrauensperson mitnehmen. Die muss allerdings vorher angekündigt werden.

 

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Was Chefs nicht dürfen (und was doch) Bestseller

 

Was Chefs nicht dürfen – und was doch
von Sabine Hockling und Ulf Weigelt
Ullstein Verlag (1. Auflage, Juni 2017)
9,99 Euro
ISBN 978-3-548-37694-3

 

 

 


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