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Können Arbeitgeber den Flurfunk verbieten?

Können Arbeitgeber den Flurfunk verbieten?
Nimmt der Flurfunk überhand, greifen Arbeitgeber in der Regel ein.

In vielen Unternehmen gibt es den inoffiziellen Informationskanal „Flurfunk“, über den die Belegschaft Informationen erhält, die eigentlich gar nicht für sie bestimmt sind. Können Arbeitgeber den verbieten?

Den meisten Arbeitgebern ist diese Mund-zu-Mund-Propaganda ein Dorn im Auge. Denn Mitarbeiter können in Windeseile Dinge verbreiten – die der Wahrheit entsprechen oder eben auch nicht.

Am stärksten floriert der Flurfunk, wenn Geschäftsführungen (wichtige) Informationen nur spärlich an ihre Belegschaft geben. Dann halten sich Mitarbeiter nämlich selbst schnell, regelmäßig und zuverlässig per Flurfunk auf dem Laufenden.

Nimmt der Flurfunk jedoch überhand, greifen Arbeitgeber in der Regel ein. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sich das Gerede gegen eine bestimmte Person richtet und sich daraus eine Rufschädigung oder gar Mobbing entwickeln kann. Und auch wenn Arbeitgeber beim Flurfunk eine gewisse Souveränität an den Tag legen sollten, ziehen viele die Notbremse, wenn sie einen Imageschaden für ihr Unternehmen befürchten. Denn Unwahrheiten, üble Nachreden, schwere Beleidigungen, das Herabwürdigen etc. sind Aktionen, die niemand dulden muss.

Recht auf Meinungsäußerung schützt Mitarbeiter nicht

Reißt einem Arbeitgeber der Geduldsfaden, wird er sich auf die Suche nach einem oder mehreren Schuldigen machen. Dafür darf er zu Einzel- oder Gruppengesprächen laden, um klare Regeln aufzustellen und eine Ermahnung auszusprechen.

Wichtig: Bringt eine solche Ermahnung nichts, können Arbeitgeber Abmahnungen aussprechen und im Wiederholungsfall kündigen.

Und auch wenn es das Recht auf freie Meinungsäußerung gibt, sollten Mitarbeiter generell vorsichtig sein, was sie zu wem sagen.

 

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Was Chefs nicht dürfen (und was doch) Bestseller

 

Was Chefs nicht dürfen – und was doch
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Ullstein Verlag (1. Auflage, Juni 2017)
9,99 Euro (D)
ISBN 978-3-548-37694-3

 

 

 


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