» » Dürfen Arbeitgeber bereits genehmigten Urlaub wieder streichen?

Dürfen Arbeitgeber bereits genehmigten Urlaub wieder streichen?

Dürfen Arbeitgeber bereits genehmigten Urlaub wieder streichen?
Entstehen einem Mitarbeiter durch die Urlaubsstreichung Kosten, müssen diese vom Arbeitgeber übernommen werden.

Reicht ein Mitarbeiter Urlaub ein, weiß er in der Regel nicht, ob er zu diesem Zeitpunkt gesund ist und den Urlaub antreten kann. Ebenso unsicher ist es für Arbeitgeber, wenn sie den Urlaub genehmigen.

Auch Arbeitgeber können nicht wissen, ob etwas Unvorhergesehenes den Urlaub eines Mitarbeiters gefährden könnte. Darf der Arbeitgeber dennoch den bereits genehmigten Urlaub wieder streichen? Eigentlich gilt einmal genehmigter Urlaub als unwiderruflich – und zwar in beide Richtungen. Das heißt, Arbeitgeber können ihn nicht mehr streichen. Mitarbeiter können allerdings auch nicht mehr von ihrem bereits genehmigten Urlaub zurücktreten.

Wer nachträglich etwas ändern möchte, kann hier also nur auf das Wohlwollen des andere hoffen. Das heißt, es muss eine einvernehmliche Klärung her. In besonders heiklen und plötzlich dringend betrieblich veranlassten Situationen haben Unternehmen jedoch die Möglichkeit, bereits genehmigten Urlaub zu verlegen bzw. zu streichen.

Mitarbeiter per einstweiliger Verfügung zurückholen

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Naturkatastrophe oder der plötzliche Totalausfall einer großen Anzahl von Maschinen das Unternehmen lahmzulegen droht. Dann habe Arbeitgeber sogar die Möglichkeit, eine einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht zu erwirken, um den Mitarbeiter wieder an Bord zu bekommen, sollte er sich beharrlich weigern.

Wichtig: Entstehen einem Mitarbeiter dadurch Kosten, müssen diese vom Arbeitgeber übernommen werden.

 

Buchauszug aus SPIEGEL-Bestseller:

Was Chefs nicht dürfen (und was doch) Bestseller

 

Was Chefs nicht dürfen – und was doch
von Sabine Hockling und Ulf Weigelt
Ullstein Verlag (1. Auflage, Juni 2017)
9,99 Euro (D)
ISBN 978-3-548-37694-3

 

 

 


„Die Ratgeber“ übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der über uns verbreiteten Rechtsinhalte. Insbesondere ersetzten die Beiträge grundsätzlich nicht eine fachkundige Rechtsberatung.