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Durchhalten oder aufgeben?

Durchhalten oder aufgeben?
Wer nicht in die Opferhaltung fällt, gewinnt Selbstbestimmtheit.

Mein Projekt „Ein Jahr im Wohnmobil“ hatte im Kern die Absicht, einmal mehr zu erfahren, wie es gelingen kann, weiterzumachen, auch wenn es schwer ist.

Eiskalte Temperaturen, Dunkelheit, kein Stellplatz in Sicht, laut auf das Wohnmobildach klatschende Regentropfen und zu guter Letzt defekte Stromsäulen, die den Kleingeldvorrat „fressen“! Die Stimmung an Bord ist im Keller: die Verzagtheit und Müdigkeit nimmt zu. Eine verschwommene, unklare Traurigkeit macht sich breit.

Solche Momente haben ihre Legitimation – bei einem Jahr im Wohnmobil ebenso wie im ganz normalen Alltag zuhause. Denn immer wieder gibt es Phasen im Leben, in denen wir am liebsten aufgeben möchten. Wie ein Marathon ziehen sich dann graue Novembertage und lange Winternächte hin, in denen das Licht am Horizont fehlt. Und auch wenn wir die äußeren Bedingungen nicht immer ändern können, so können wir doch unsere Haltung und Einstellung ändern – damit solche Zeiten durchzuhalten sind.

Aufgeben geht immer

Dieses Durchhalten und Verändern der eigenen Einstellung ist wie einen Muskel zu trainieren. Ganz gleich ob Trennung, Jobverlust, Krankheit – wenn wir nicht in die Opferhaltung fallen und klagen, „Warum gerade ich?“, gewinnen wir Selbstbestimmtheit. Wer jedoch bei der Frage festhängt, fühlt sich hilflos und erlebt sich als Opfer. Und macht andere zu Tätern, zu Schuldigen, ganz nach dem Motto: „Du bist schuld an meinem Elend!“

„Wozu ist es gut?“ oder „Was kann ich daraus lernen?“ sind hingegen Fragen, die uns stärken und uns fördern, mehr die Chancen und Möglichkeiten zu sehen statt mit der Situation zu hadern.

In den dunklen und kalten Tagen im Wohnmobil lernte ich, dem Weg zu vertrauen und im Moment zu leben. Aufgeben hätte ich auch später noch können.

Ihre Barbara Messer

 

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