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Du musst es schon sagen!

Du musst es schon sagen!
Die Gefahr, dass eine Unzufriedenheit sich aufstaut und zu einem Konflikt führt, ist sehr groß.

Wer schon einmal auf engstem Raum mit anderen unterwegs war weiß, wie anstrengend solch eine Nähe sein kann. Wie es dennoch gelingen kann, weiß Barbara Messer seit ihrem Jahr im Wohnmobil.

Zwei Erwachsene und eine Katze auf 2 x 7 Meter: Wie gelingt es, auf so engem Raum miteinander klar zu kommen? Eine Frage, die vor allem Menschen beschäftigt, die viel Platz für sich haben – und diesen auch benötigen. Die Lösung: Sagen, was ist!

Was einfach klingt, ist schwerer als gesagt. Denn bevor ich sagen kann, was ich brauche und wie es mir geht, muss ich erst einmal wissen und spüren, was mit mir los ist und welches Bedürfnis ich gerade habe. Auf so kleinem Raum wie in einem Wohnmobil ist es von besonderer Bedeutung, dass die Bedürfnisse aller so weit wie möglich erfüllt werden. So nämlich sind die Belastungen besser zu bewältigen – und davon gibt es viele.

Wenn ich hier von Bedürfnissen spreche, dann meine ich auch die kleinen wie beispielsweise die Bewegung, die Sehnsucht nach frischer Luft oder Natur. Wissen wir das voneinander und sorgen wir dafür, dass alle ihre Bedürfnisse so gut wie möglich erfüllen können, dann geht es allen besser. Auch fördert es das Verständnis füreinander.

Unterdrückte Bedürfnisse werden irgendwann zu einer Sammelstelle von Ärger

Die Gefahr, dass eine Unzufriedenheit sich aufstaut und irgendwann zu einem Konflikt führt, ist in solchen Situationen sehr groß. Eine Unterstützung ist hier die Würdigung der kleinen Bedürfnisse: Wir schenken uns selber und unseren Mitmenschen Würde. Ich habe zum Beispiel bestimmte Lieblingsgegenstände, die ich ungern verleihe oder teile. Das mag vielleicht barsch und auch nach einem Widerspruch zu meiner sonst sehr freigiebigen Art klingen. Doch vielleicht ist das „mein“ Schlüssel, um im nächsten Moment wieder freigiebig sein zu können.

Denn wenn jemand mein Lieblingsgegenstand verlegt oder kaputt macht, ich ihn also nicht mehr benutzen kann, löst das bei mir Unzufriedenheit aus. Benenne ich diese nicht, sondern schlucke sie herunter, staut sie sich an – und kommt später zum Platzen. Was vor allem auf so engem Raum nicht förderlich ist.

Die Basis für ein sehr gutes Miteinander auf engem Raum ist also, wenn man die Bedürfnisse des anderen kennt und sie zu würdigen weiß.

Ihre Barbara Messer

 

Das pure Leben spüren

 

Das pure Leben spüren
Warum wir nicht viel brauchen, um glücklich zu sein
von Barbara Messer
Gabal Verlag (1. Auflage, März 2018)
15 Euro (D)
ISBN 978-3-86936-834-4