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Alltagsanmut statt durch den Alltag stolpern

Alltagsanmut statt durch den Alltag stolpern
Wer weiß, wie sein nächster Schritt ist, kann bewusst und souverän agieren.

Wer fokussiert handelt und agiert, denkt bereits im Jetzt an die nächsten Schritte. Das sorgt für mehr innere und äußere Anmut – das Gegenteil von einem Stolpern durch den Alltag.

Wer ohne die üblichen Routinen und Abläufe lebt, dem wird recht schnell bewusst, wie wichtig aufeinander abgestimmte Handlungen sind und wie wertvoll es ist, klar und bewusst zu agieren. Denn die Fehleranfälligkeit durch unüberlegtes Agieren und Handeln ist höher als in der gelebten und bekannten Gewohnheit.

Wenn ich weiß, wo Portemonnaie, Handy und Schlüssel liegen, ist es einfach, dann greife ich wie selbstverständlich danach. Mein Kopf bleibt frei und kann sich auf das konzentrieren, was anliegt – zum Beispiel die Entwicklung einer Idee, einer Lösung, eines neuen Konzepts.

Ich erkannte bereits nach kurzer Zeit im Wohnmobil, wie wertvoll vorausschauendes Handeln ist: Unsere Tage und Fahrten mussten sehr sorgfältig geplant werden, damit wir am Abend einen geeigneten Platz zum Übernachten hatten. Und auch die vielfältigen Prozesse rund um meine diversen Arbeitsprojekte mussten besonnen vorausgeplant werden.

Dreht man mehrere „Schleifen“, weil man beispielsweise etwas vergessen hat, hat es kaum Auswirkungen – vorausgesetzt, man trägt wenig Verantwortung. Was aber, wenn man Mitarbeiter führen, Projekte und Prozesse planen und durchführen muss? Dann nämlich ist es wertvoll, konzentriert und bewusst durch den Alltag zu schreiten.

Ich nenne es Alltagsanmut

So, wie Tänzer wissen, wie ihr nächster Schritt ist – und nicht nur der, sondern die gesamte Choreografie – wissen auch Schauspieler im Spiel, was ihre nächsten Schritte und Handlungen sind. Nur so ist ein bewusstes und souveränes Agieren möglich.

So ist es auch in Mitarbeitergesprächen wichtig, sich bewusst zu machen, was man sagt und welche Wirkung das voraussichtlich beim Gegenüber haben wird. Daher halte ich wenig von dem Spruch: „Woher soll ich wissen, was ich denke, wenn ich nicht höre, was ich sage.“ Denn je mehr ich mir im Klaren bin, was ich sagen, was ich erreichen möchte und was das Ziel meines Vorhabens ist – und sei es auch noch so klein –, je eher erreiche ich es.

“Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich liebe, dann liebe ich”, antwortete ein Zen-Meister auf die Frage, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so glücklich ist. Dieser bewussten Haltung stimme ich zwar zu, doch unterstützt uns eine gewisse vorausschauende Haltung auch dabei, bewusst im Jetzt und auch im nächsten Moment zu sein.

Das ist besonders wertvoll, wenn wir fokussiert handeln und agieren, im jetzigen Moment bereits an die nächsten Schritte denken möchten. In Gesprächen oder dem Erfüllen unserer Aufgaben kann die vorausschauende Haltung für mehr innere und äußere Anmut sorgen. Das Gegenteil davon ist eine Art Stolpern durch den Alltag …

Ihre Barbara Messer

 

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