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Sicherheit ist (k)eine Illusion

Sicherheit ist (k)eine Illusion
Damit ein überhaupt Unternehmen resilient werden kann, muss zunächst definiert werden, was Sicherheit für das Unternehmen und seine Mitarbeiter konkret bedeutet.

Wir alle haben ein Grundbedürfnis nach Sicherheit. Doch durch den täglichen Stress an allen Fronten geraten wir, und damit auch Unternehmen, viel zu schnell in eine Schieflage. Das muss nicht sein.

Im Grunde geht es uns gut – ganz persönlich, und auch der deutschen Wirtschaft. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir das auch so empfinden, denn unser Verstand spielt uns hier gern einen Streich. Nämlich dann, wenn uns moderne Monster wie Künstliche Intelligenz, Datendiebstahl, angekündigte Rezessionen oder Handelskriege in Angst und Schrecken versetzen. Realistisch ist das meist nicht, geschieht aber ganz instinktiv. Und auch wenn immerwährende Sicherheit natürlich eine Illusion ist, heißt das nicht, dass man sich gar nicht mehr absichern sollte.

Für seine persönliche Sicherheit ist jeder selbst verantwortlich. Im Unternehmenskontext jedoch können wir einen Zustand erzeugen, der wichtig für die Sicherheit eines Unternehmens ist – und damit auch in unser berufliches Sicherheitsgefühl einzahlt. Denn hierbei spielt der gefühlte Zustand tatsächlich eine wichtige Rolle – was Unternehmensentscheider erkennen und ernst nehmen sollten.

Was ist Sicherheit?

Damit ein Unternehmen überhaupt resilient werden kann, muss zunächst definiert werden, was Sicherheit für das Unternehmen und seine Mitarbeiter konkret bedeutet. Erst dann können wir systematisch Dinge angehen und beheben, die den Unternehmensbetrieb beeinträchtigen könnten. Und nur so lassen sich zahlreiche Krisen schon im Vorfeld vermeiden. Wird ein Unternehmen zudem mit Hilfe eines agilen Führungsstils, solider Unternehmensführung und strategischer Anpassungsfähigkeit mutig und selbstbewusst geleitet, steht der Stabilität in Krisenzeiten nichts mehr im Wege.

Auch kann ein Unternehmen in turbulenten Phasen nicht nur überleben, sondern sogar florieren – nach dem Motto: „survive and prosper“, was eng mit der Unternehmenskultur verbunden ist. Dazu gehört, dass jeder im Unternehmen Sorgen, Ängste, Fehler und Einwände offen ansprechen kann, um daraus lernen zu können. Um erste Zeichen einer Veränderung jedoch systematisch und kontinuierlich ausmachen zu können, braucht es ein Risiko- und Krisenmanagement. Damit sind bereits kleine, irritierende Signale zu erkennen, zu kommunizieren, zu verstehen sowie auszuwerten.

Wollen Unternehmen überleben und wachsen, müssen sie frühzeitig erkennen, was passiert und darauf gezielt reagieren. Das heißt, Risiken minimieren und Chancen ergreifen. Oder manchmal eben auch Dinge gelassen abwarten – das dann aber ganz bewusst. Dafür kann sich die Firmenspitze zum Beispiel fragen: Was bedeuten technologische Entwicklungen für uns – nicht nur morgen, sondern auch in 20 Jahren? Wie ändert sich das Verbraucherverhalten? Was erkennen wir in kleinsten Veränderungen, die für uns relevant sein könnten? Wie verändern sich Angriffswege der Cyberkriminellen?

Stabilität durch ein starkes Immunsystem

Um diese Prozesse bildhaft gestalten zu können, lässt sich ein Unternehmen gut mit dem menschlichen Körper vergleichen: Unser Körper hat ein sehr anpassungsfähiges Immunsystem, das uns vor Instabilität und Krankheit schützt, sowie uns hilft, zu überleben. Es passt sich aber auch ständig an und ermöglicht uns, auf neue Herausforderungen zu reagieren. Ein gesunder Körper ist also in der Lage, auf kleinste Veränderungen zu reagieren, denn er lernt ständig dazu. Eine kleine Verletzung wird sofort erkannt und behandelt. Dringen Keime ein, werden diese systematisch untersucht sowie gezielt darauf reagiert. Kennt der Körper den Eindringling, greifen vorhandene Abwehrzellen an. Kennt er den Neuling nicht, wird er zerlegt und ein Abwehrmechanismus kreiert.

Wie unser Körper braucht auch jedes Unternehmen ein anpassungsfähiges Immunsystem, um gesund am Markt bestehen, sowie auf neue Gegebenheiten und die ständigen Veränderungen im Mikro- und Makroumfeld reagieren zu können. Gibt es das nicht, gerät das Unternehmen schnell in eine Schieflage – so wie unser Körper, wenn wir ungesund leben.

Für Unternehmen sind Managementsysteme das Immunsystem, denn sie machen es standhaft und stabil gegen „Angriffe“. Vernachlässigen wir dieses Immunsystem, holt uns in der Regel eine Krise ein. Deshalb brauchen auch Unternehmen ständige Wachsamkeit und Menschen, die nicht „betriebsblind“ sind. Sowie eine Führungsetage, die mutige Entscheidungen trifft. Damit es nicht nur Unternehmen objektiv gut geht, sondern sich auch alle Beteiligten stabil und sicher fühlen.

 

 

Uwe Rühl hat als Leiter einer Rettungsdienststelle, als Paramedic sowie in der Terrorabwehr gearbeitet. Auch heute noch kommt er oft erst als „Notarzt“ in Unternehmen. Nämlich dann, wenn die Krise bereits da ist. Dann stellt der Sicherheitsexperte Unternehmen mit Hilfe von Managementsystemen so auf, dass sie zukünftig in Krisenzeiten sicher und stabil sind.