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Mitarbeiter-Tablets überwachen?

Mitarbeiter-Tablets überwachen?
Wer ständig online ist, ist auch ständig zu überwachen.

Die Digitalisierung von Arbeitsplätzen hat einiges an den Möglichkeiten der Mitarbeiterüberwachung geändert. Allerdings nicht an den gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Geräte wie Smartphones und Tablet-PCs unterstützen uns, unterwegs schnell und problemlos Aufgaben erledigen zu können. Dieses ständige „Online sein“ führt allerdings auch dazu, dass wir zu kontrollieren sind – und zwar auch von den Arbeitgebern. Da so eine Kontrolle aber in das Persönlichkeitsrecht von Mitarbeitern eingreift sowie Datenschutzregeln verletzt, setzt der Gesetzgeber Arbeitgebern hier strenge Grenzen.

Zwar haben Arbeitgeber Kontrollrechte. Je intensiver sie jedoch sind, desto problematischer sind sie auch. Setzt beispielsweise eine Fremdfirma für eine Spedition zur Disposition Tablet-PCs ein, darf der Spediteur diese Technologie nicht dafür nutzen, seine Fahrer zu kontrollieren. Denn der Geräteeinsatz dient dem externen Unternehmen ausschließlich dafür, Touren zu planen – und nicht, Mitarbeiter zu überwachen.

Arbeitgeberkontrollen unterliegen strengen Bedingungen

Hält ein Arbeitgeber sich nicht daran, kann ihm laut § 96 und § 149 Telekommunikationsgesetz ein Bußgeld drohen. Ferner verbietet auch das Strafgesetzbuch (§ 202 a und b) das Ausspähen und Abfangen von Daten.

Möchte ein Arbeitgeber dennoch diese Kontrolle, muss er dafür die schriftliche Einwilligung seiner Mitarbeiter einholen. Zudem muss er beachten, dass er mit der Einwilligung nicht das Telekommunikationsgeheimnis (nach § 88 des Telekommunikationsgesetzes) verletzt.

Und weil diese Einwilligung freiwillig ist, müssen Mitarbeiter sie nicht unterschreiben bzw. geben. Das heißt, wer sich weigert, darf nicht vom Chef „bestraft“ werden. Wer die Einwilligung (die so konkret wie möglich beschreiben sollte, wie die Kontrolle aussieht) unterschrieben hat, kann sie allerdings auch jederzeit widerrufen.

 

Ab 16. Juni 2017

Was Chefs nicht dürfen (und was doch)

 

Was Chefs nicht dürfen (und was doch)
von Ulf Weigelt und Sabine Hockling
Ullstein Verlag (1. Auflage, Juni 2017)
9,99 Euro
ISBN 9783548376943

 

 

 


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