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Ist Stromdiebstahl ein Kavaliersdelikt?

Ist Stromdiebstahl ein Kavaliersdelikt?
Möchten Unternehmen das Aufladen privater Geräte verbieten, müssen sie dieses Verbot konkret kommunizieren.

Die meisten Mitarbeiter besitzen ein privates Smartphone, Tablet oder Notebook. Sind die Akkus leer, laden viele ihre Geräte am Arbeitsplatz auf Kosten des Arbeitgebers auf. Diebstahl oder Kavaliersdelikt?

Ein Arbeitgeber fühlt sich von dem Verhalten eines Mitarbeiters geprellt: Erst lädt er seinen Rasierapparat am Arbeitsplatz auf Kosten des Unternehmens auf und dann macht er auch noch eine Stunde vor Dienstschluss Feierabend. Da er weder mit dem Stromdiebstahl, noch mit dem frühen Feierabend einverstanden ist, kündigt er dem Mitarbeiter aufgrund beider Vorkommnisse fristlos.

Die Richter des Landesarbeitsgericht (LAG) Köln jedoch stellten klar, dass der Stromdiebstahl keine fristlose Kündigung rechtfertigte. Und das vorzeitige Verlassen des Arbeitsplatzes war zwar eine Arbeitsvertragsverletzung des Mitarbeiters. Hier aber hätte der Arbeitgeber vorab eine Abmahnung aussprechen müssen (Az.: 3 Sa 408/11).

Möchten Unternehmen das Aufladen privater Geräte am Arbeitsplatz verbieten, müssen sie dieses Verbot daher konkret kommunizieren. Gibt es hierzu keine Stellungnahme vom Arbeitgeber, sollten Mitarbeiter oder – falls vorhanden – der Betriebsrat diese einfordern.

 

Ab 16. Juni 2017

Was Chefs nicht dürfen (und was doch)

 

 

Was Chefs nicht dürfen (und was doch)
von Ulf Weigelt und Sabine Hockling
Ullstein Verlag (1. Auflage, Juni 2017)
9,99 Euro
ISBN 9783548376943

 

 

 


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