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Ist es verboten, private Briefe über die Firmenpost zu verschicken?

Ist es verboten, private Briefe über die Firmenpost zu verschicken?
Erschleichen Mitarbeiter sich Leistungen, müssen Arbeitgeber keinen „Warnschuss“ in Form einer Abmahnung abgeben.

Wird ein Mitarbeiter aufgrund eines Bagatelldeliktes gefeuert, ist die Empörung in der Bevölkerung oft recht groß. Vielen fehlt das Verständnis, wenn Beschäftigte aufgrund einer Nichtigkeit ihren Job verlieren. Arbeitgeber werden dann oft als kleinkariert und herzlos beschimpft.

Das Arbeitsrecht unterscheidet allerdings nicht zwischen großen und kleinen Dingen oder teurem und billigem Kram. Vielmehr geht es hier um den Vertrauensbruch, der vorliegt, wenn ein Mitarbeiter (was auch immer) mitgehen lässt.

Und genauso verhält es sich, wenn ein Mitarbeiter „nur“ einen Brief über die Firmenpost verschickt. Denn auch hier ist der Wert, um den der Arbeitgeber betrogen wird, zwar nur im Centbereich. Verboten ist es dennoch.

Ein niedriger Schaden ist nicht per se eine Bagatelle

Das heißt, wer seine private Post auf Firmenkosten verschickt, riskiert ebenfalls seine fristlose Kündigung. Auch wenn es nur ein Einzelfall ist und der Schaden aufgrund der geringen Portokosten im Centbereich für das Unternehmen eine Bagatelle darstellt.

Wichtig: Auf keinen Fall sollten Mitarbeiter davon ausgehen, dass ein niedriger Schaden eine Bagatelle darstellt und Arbeitgeber deshalb nicht fristlos kündigen dürfen.

Erschleichen Mitarbeiter sich nämlich Leistungen, müssen Arbeitgeber keinen „Warnschuss“ in Form einer Abmahnung abgeben. Arbeitsgerichte unterstützen in solchen Fällen Arbeitgeber, denn jedem Mitarbeiter muss klar sein, dass Diebstahl generell verboten und eine fristlose Kündigung daher möglich ist.

 

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Was Chefs nicht dürfen (und was doch) Bestseller

 

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