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Ernsthaftes Gespräch ersetzt keine Abmahnung

Ernsthaftes Gespräch ersetzt keine Abmahnung
Bei Fehlverhalten nicht schreien, sondern abmahnen.

Führt ein Arbeitgeber aufgrund eines Fehlverhaltens seines Mitarbeiters mit diesem ein ernsthaftes Gespräch darüber, ersetzt dies im Falle einer Kündigung keine Abmahnung.

Ein Mitarbeiter kommt häufig erst nach Beginn der Kernarbeitszeit zur Arbeit. Dem Arbeitgeber passt dieses Verhalten nicht – und er bittet zum Gespräch. Dabei macht er seinem Mitarbeiter deutlich, dass er in Zukunft pünktlich zu erscheinen hat.

Entweder versteht der Mitarbeiter seinen Arbeitgeber nicht oder er sieht nicht die Notwendigkeit, pünktlich zu erscheinen, denn er kommt erneut verspätet zur Arbeit. Dem Arbeitgeber platzt der Kragen und er kündigt ihm fristlos. So nicht, sagt sich der Mitarbeiter und zieht vor Gericht – und bekommt Recht.

Die Richter des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz erklären die Kündigung für unwirksam (Az.: 6 Sa 270/09). Der Grund: Der Arbeitgeber hätte seinen Mitarbeiter zunächst für sein Fehlverhalten abmahnen müssen. Denn auch ein ernsthaftes Gespräch ersetzt eine Abmahnung nicht. Denn Abmahnungen erhalten eine Beschreibung des konkreten Fehlverhaltens und weisen bei Zuwiderhandeln auf eine Kündigung hin.


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