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Was ist Glück?

Was ist Glück?
Für Psychologen ist glücklich, wer zufrieden ist, mehr angenehme als unangenehme Gefühle hat und Dankbarkeit empfinden kann.

Jeder wünscht es sich, doch die wenigsten behaupten, es wirklich zu haben: Glück. Aber was ist Glück? Eine Frage die sich nicht so ohne weiteres beantworten lässt.

Ist Glück, wenn man ganz viele Besitztümer hat? Oder wenn man Spaß mit Familie und Freunden hat? Um dem Phänomen Glück auf die Spur zu kommen, muss man sich zuvor die Frage beantworten: Was ist Glück?

Bereits in der Antike versuchten Menschen den Begriff Glück und seine Hintergründe zu erfassen. Aristoteles zum Beispiel beschreibt in „Eudaimonia“ Glückseligkeit als „das vollkommene und selbstgenügsame Gut und das Endziel des (menschlichen) Handelns“. Sein Lehrer Platon stellte zuvor die Behauptung auf, dass der Mensch nur glücklich sein kann, wenn die drei Teile der menschlichen Seele Vernunft, Wille und Begehren im Gleichgewicht sind. Und heute wird eher die Ansicht vertreten, dass das Glück ein Zusammenspiel von bewusst getroffenen Entscheidungen sowie Zufällen und jeder selbst seines „Glückes Schmied“ ist.

Arten von Glück

Für die Glücksforschung gibt es zwei Arten des Glück: Lebensglück und Zufallsglück. So kann man entweder Glück haben (Zufallsglück) oder Glück empfinden (Lebensglück). Zufallsglück sind Ereignisse wie beispielsweise ein Lottogewinn oder, wenn man die eigene Haustür erreicht, kurz bevor es anfängt in Strömen zu regnen. Wie der Name schon vermuten lässt, ist das Zufallsglück nicht beeinflussbar. Vielmehr kommt es plötzlich und unerwartet.

Auf das Lebensglück haben Faktoren wie Familie, Liebe, Beruf, Finanzen und Freizeit Einfluss. Und im Gegensatz zum Zufallsglück sind manche Aspekte des Lebensglücks selber beeinflussbar. Das Lebensglück kann aber auch eine Art des Wohlfühlens sein. Dinge, die einem ein glückliches Gefühl verleihen können, sind beispielsweise ein toller Freundeskreis oder ein sorgenfreies Zusammenleben mit der eigenen Familie.

Was macht glücklich?

In dem „World Book of Happiness“ zählen Forscher Faktoren für Glück auf. Diese sind demnach eine stabile Liebesbeziehung, ein Job, der zu den eigenen Fähigkeiten passt, Freunde, Kinder, Gesundheit sowie genug Geld für Grundbedürfnisse. Laut der UN gehören dazu mindestens 2.500 Kalorien und 100 Liter Wasser täglich, ein Platz an dem sich kochen lässt und mindestens sechs Quadratmeter Wohnraum sowie sechs Jahre schulischer Werdegang.

Glücksfaktoren die das persönliche Lebensglück beeinflussen, sind zusammengefasst: Finanzen, Arbeit, persönliche Freiheit, das soziale Umfeld, familiäre Bedingungen und Gesundheit.

Wo leben die glücklichsten Menschen Deutschlands?

Mit Daten aus dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) sowie einer Umfrage des Allensbach-Instituts, versuchte die Deutsche Post 2015 zum fünften Mal mit ihrem Deutsche Post Glücksatlas herauszufinden, wie glücklich die Deutschen eigentlich sind.

Insgesamt sind die Deutschen 2015 etwas glücklicher als 2014 (der Wert stieg von 7,00 auf 7,02 Punkte). Außerdem ist die Lücke zwischen Ost und West mit 0,15 Punkten so gering wie noch nie seit der Wiedervereinigung. An der Spitze der 19 untersuchten Regionen und somit der wohl glücklichste Ort Deutschlands, ist zum dritten Mal in Folge Schleswig-Holstein. Am Ende der Tabelle, löst 2015 Mecklenburg-Vorpommern das Schlusslicht Brandenburg ab. Und während der Süden aufholt, macht Hamburg hingegen den umgekehrten Schritt und fällt von Platz zwei auf vier zurück.

Im Endeffekt ist Glück allerdings eine relative Sache. Glücksforscher sprechen von einem subjektiven Wohlbefinden, das für jeden etwas anderes bedeuten kann. Das subjektiv wahrgenommene Glück, als objektive Sache zu definieren, ist daher schier unmöglich. Für Psychologen ist glücklich, wer zufrieden ist, mehr angenehme als unangenehme Gefühle hat und Dankbarkeit empfinden kann.

Patrick Kiurina