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Bewusst leben und arbeiten

Bewusst leben und arbeiten
Erfolg setzt nicht mehr Einsatz voraus, sondern Klarheit über die eigenen Bedürfnisse.

Wer ständig durch sein Leben rast, riskiert nicht nur krank zu werden, er wird auch nie wirkliche Zufriedenheit, Gelassenheit oder Sinn im eigenen Tun finden. Wie man stattdessen künstliche Busyness abschütteln und ein entschleunigtes erfülltes Leben führen kann, weiß der Sozialwissenschaftler Nicholas Pesch.

Vor der Arbeit joggen, im Büro jagt ein Meeting das nächste, die E-Mails prasseln nur so in den Posteingang und nach Feierabend kann man ja noch etwas Netzwerken. Unter der Woche geben wir immer 110 Prozent. Für die Entspannung wurden ja schließlich Wochenende und Urlaub erfunden. Die Angewohnheit, uns selbst gedanklich stets fünf Schritte voraus zu sein, setzt zusätzlich enorm unter Druck: Beim Morgenkaffee die Mails checken. In der Mittagspause das Meeting für später durchgehen. Eigentlich sind wir nur physisch da, gedanklich nicht. Die Folge: Die Zeit rennt. Nicht wenige versuchen, künstlich eine Präsenz zu erzeugen. Unter der Woche Vollgas und am Wochenende als Ausgleich Vollrausch.

Wer auf Dauer so durch sein Leben schießt, riskiert nicht nur krank zu werden, er wird auch nie wirkliche Zufriedenheit, Gelassenheit oder Sinn im eigenen Tun finden. In Ich bin alles, nur nicht busy zeigt der Sozialwissenschaftler Nicholas Pesch, wie wir es schaffen, wieder im Hier und Jetzt präsent zu sein und, dass mehr Erfolg nicht mehr Einsatz voraussetzt, sondern Klarheit über die eigenen Bedürfnisse.

Fürs Runterkommen hat das Schicksal den Burnout erfunden

Meditieren im Meeting? Yoga vorm Schreibtisch? Ruhe finden im E-Mail-Sturm? Klingt nach einer Traumvorstellung in einer Welt, in der Stress als sexy gilt – und in der „Work-Life-Balance“ suggeriert dass Arbeit kein Leben ist. Top-Performer sind immer auf Trab. Restlos rastlos lautet ihre Devise. Pausen? Ein Luxus, den nur Faule leben. Studien beweisen, was längst alle wissen: Job-Action und Freizeitmangel sind Statussymbole geworden. Das Leben kommt später. Und fürs Runterkommen hat das Schicksal den Burnout erfunden.

Nur Work, kaum Life: Lange hat Nicholas Pesch den Wahnsinn mitgemacht. Als Topmanager mit rasantem Aufstieg in der New Econonmy wurde der Erfolg vom Selbstzweck zur Sucht. Auf der einen Seite standen edle Weine, schicke Lobbys und Vielfliegermeilen. Auf der anderen Meditation und Selbstfindung, nur viel zu kurz und viel zu selten. Getrennt durch eine unüberwindbare Mauer vom Überholspur-Leben. Bis es zum Knall kam. Der Tank war leer, die Hast im Hamsterrad hatte ihren Sinn verloren.

Künstliche Busyness abschütteln

Was folgte war lähmende Angst, dass nichts mehr bleibt, wenn der Erfolg verblasst. Kein Einzelschicksal, sondern ein Risiko, dem jeder Workaholic ausgesetzt ist! „Diese Trennung, die übrigens nur ein Konstrukt unseres Geistes ist, müssen wir überwinden“, sagt Pesch heute und zeigt in Ich bin alles, nur nicht busy wie das wirklich funktioniert!

In 49 kurzen Kapiteln gibt der erfahrene Redner und Coach Impulse und Inspirationen, wie jeder künstliche Busyness abschütteln und stattdessen ein entschleunigtes erfülltes Leben führen kann. Dabei behandelt er mit Klarheit und Tiefe Themen, die im Alltag schnell Scham und Angst auslösen: Langeweile, Probleme, Sex, Tod. „Kenn ich nicht, will ich nicht, ist fantastisch, ist mir egal“, lauten die Standard-Antworten. Bequem, aber gefährlich. Denn wer vor dem Tellerrand sitzen bleibt, kommt nirgendwo hin, schon gar nicht zu einer Sinnerkenntnis im eigenen Tun. Ich bin alles, nur nicht busy radiert 0815-Sichtweisen aus und öffnet die Augen für das, was nachhaltig zufrieden macht: Erfolg, durch echte Präsenz und die genaue Kenntnis individueller Bedürfnisse. Das Ergebnis? Egal ob Kaltakquise oder Wellnessmassage – Ihr Mindset bleibt das gleiche: fokussiert und gelassen!

 

Ich bin alles, nur nicht busy

 

Ich bin alles, nur nicht busy
49 Impulse für bewusstes Leben und Arbeiten
von Nicholas Pesch
Herder Verlag (1. Auflage, Juli 2017)
20 Euro (D)
ISBN: 978-3-451600302