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Wie gelingt neuen Systemen der Aufstieg?

Wie gelingt neuen Systemen der Aufstieg?
Liegt in jedem herausragenden Aufstieg bereits die Gefahr des Scheiterns?

Vom Tellerwäscher zum Millionär – Menschen lieben solche Erfolgsgeschichten. Doch wer kann sicher sein, dass die Stars von heute nicht das Schicksal der Stars von gestern ereilt?

Einmal Spitzenreiter, immer Spitzenreiter? Von wegen. In der Wirtschaft gibt es nur ein Gesetz, das universale Gültigkeit besitzt: Sicher ist, dass nichts sicher ist. Das beweist auch ein Blick auf die „Fortune 500“-Listen. Erstmals veröffentlicht im Jahr 1990, finden sich fünfzehn Jahre später nur noch drei der ehemaligen Gipfelstürmer unter den Top Ten der „Fortune 500“-Liste des gleichnamigen US-Magazins. Und nicht nur das: Während 1990 die USA mit sechs Unternehmen an der Spitze der Weltwirtschaft stand, sind es 2015 nur noch zwei – dafür aber gleich drei chinesische Konzerne. Größen wie IBM, General Electric, General Motors: Schnee von gestern. Was ist passiert? Wir werden aktuell Zeuge einer tektonischen Verschiebung der Weltwirtschaft! Und es scheint, als würde mit jedem Aufstieg bereits unweigerlich jene Hybris geboren werden, die den späteren Absturz schon vorprogrammiert. Das gilt nicht nur für weltweit tätige Konzerne, sondern gleichermaßen auch für Familienunternehmen, Mittelständler und Start-ups.

Warum und unter welchen Bedingungen gelingt neuen Systemen der Aufstieg? Und gibt es allgemeingültige Faktoren, die Wendepunkte auslösen und schlimmstenfalls den Niedergang besiegeln? Diesen Fragen widmen sich Andreas Krebs und Paul Williams in ihrem Buch Die Illusion der Unbesiegbarkeit. Die beiden Topmanager werfen einen Blick hinter die Fassaden des wirtschaftlichen Unternehmenserfolgs und greifen zwei Grundkonstanten menschlichen Wirkens auf: Gelingen und Scheitern. Dabei schöpfen die Autoren aus ihrer eigenen umfassenden Erfahrung sowie aus Gesprächen mit über 20 Hochkarätern aus Wirtschaft, Politik und NGOs.

In Zeiten sicher geglaubter Erfolge wachsam bleiben

Sie legen auf der Suche nach Gründen für rasante Firmenabstürze systematisch Faktoren frei, die geeignet sind, den Untergang eines Unternehmens einzuläuten: Egomanie, Einzelinteressen der Mächtigen, Nepotismus und viele mehr. Sie liefern Insiderstorys und geben konkrete Impulse, wie es Führungskräften gelingt, auch und gerade in Zeiten sicher geglaubter Erfolge wachsam zu bleiben.

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, bemerkte Altbundeskanzler Helmut Schmidt schon 1980. Trotzdem kommt kein Unternehmen, dass etwas auf sich hält, ohne eine Vision aus. Doch sind Visionen tatsächlich immer nützliche Treiber des Geschehens? Blickt man 500 Jahre zurück: Es war die Vision, wieder „Ordnung in die Welt zu bringen“, die das Volk der Inca antrieb, ihr Reich immer weiter auszudehnen. Dabei konnte ihre „Welt-AG“ gar nicht groß genug sein. Am Ende war das riesige Imperium kaum noch regierbar – Ähnlichkeiten zu heutigen Großkonzernen sind kaum zufällig.

Diese Analogie zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Es ist aber keines, in denen Parallelen auf Biegen und Brechen konstruiert werden. Der Leser wird vielmehr überrascht sein, wie erfolgreich bereits die Incas mit Themen wie Integration, Übernahmen oder Talent Recruiting umgegangen sind.

 

Die Illusion der Unbesiegbarkeit

 

Die Illusion der Unbesiegbarkeit
Warum Manager nicht klüger sind als die Incas vor 500 Jahren
von Andreas Krebs und Paul Williams
Gabal Verlag (1. Auflage, Januar 2018)
29,90 Euro (D)
ISBN: 978-3-86936-822-1