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Unternehmenskultur: Vieles liegt im Argen

Unternehmenskultur: Vieles liegt im Argen
Unternehmen vollziehen zwar allmählich die technologische Transformation, allerdings ist es um die Wandlungsprozesse innerhalb der Unternehmenskultur schlecht bestellt.

Auch in diesem Jahr greift der „HR-Report“ wieder zentrale HR-Fragestellungen in Unternehmen und Organisationen auf. Bei dem heute erscheinenden „HR-Report 2015/2016“ steht die Unternehmenskultur im Mittelpunkt.

Was sind die Topthemen in der Personalwirtschaft und wie stellen sich Unternehmen auf die Megatrends ein? Fragen dieser Art werden seit 2011 in regelmäßigen Abständen vom „HR-Report“ des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE), im Auftrag des Personaldienstleisters Hays, beantwortet.

Der Report erscheint jährlich mit den gleichen Basisfragen sowie einem wechselnden Schwerpunktthema und basiert auf einer Onlinebefragung von über 500 Führungskräften und Mitarbeitern aus Unternehmen und Organisationen unterschiedlicher Branchen und Größen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Befragung auf der Unternehmenskultur. Zwar vollziehen Unternehmen allmählich die technologische Transformation, allerdings scheint es um die Wandlungsprozesse innerhalb der Unternehmenskultur schlechter bestellt zu sein. So wurde im diesjährigen Report zwar die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur als das wichtigste HR-Thema bewertet (41 Prozent), die Umsetzung der hierfür notwendigen Maßnahmen jedoch verläuft dagegen eher schleppend.

Diskrepanz zwischen Soll und Ist

Das zeigt sich deutlich an dem laut der Befragten wichtigstem Thema der Unternehmenskultur – der Kommunikation. Diese wurde von den Teilnehmern auf Platz 1 der die Kultur am meisten prägenden Faktoren gesetzt. Der offene Umgang mit kritischen Themen, eine wertschätzende Kommunikation sowie die Etablierung einer Feedbackkultur, haben hier zwar bei weitem die höchste Bedeutung, allerdings zeigen sich gerade in diesen drei Feldern erhebliche Lücken zwischen Soll und Ist.

So ist der offene Umgang mit kritischen Themen beispielsweise für 81 Prozent der Befragten wichtig, jedoch nur für 23 Prozent bereits umgesetzt. Und nur rund 40 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich als kommunikativ gut aufgestellt an. An diesem Punkt wird deutlich, wie unterschiedlich Geschäftsleitung, Führungskräfte und Mitarbeiter die Realität in ihren Unternehmen wahrnehmen bzw. einschätzen.

Die Diskrepanzen zwischen der hohen Wichtigkeit, die Themen haben, und dem, was davon realisiert ist, zeichnet sich als zentrale Erkenntnis folglich auch in diesem aktuellen HR-Report ab.

Geringe Bedeutung von Transparenz, Partizipation und Vielfalt

Die weiteren zentralen kulturellen Handlungsfelder der Befragten sind neben der Kommunikation mit 34 Prozent, Führung und Flexibilität/Veränderungsbereitschaft mit jeweils 25 Prozent. Den breit diskutierten Themen Transparenz, Partizipation und Vielfalt, wird von den Befragten hingegen nur eine geringe Bedeutung zugesprochen.

Patrick Kiurina