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Sei nicht authentisch!

Sei nicht authentisch!
Wer Wirkung erzielen und Erfolg haben will, sollte sich einen Plan machen und überlegen, was er konkret erreichen will und mit wem er dabei zu tun hat.

Nichts ist gefährlicher als authentisch zu sein und sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen. So ist das Scheitern fast vorprogrammiert, mahnt Stefan Wachtel in seinem Ratgeber Sei nicht authentisch!.

Darum geht es: Während die einen sagen, je authentischer Manager sind, desto erfolgreicher sind sie auch, meint Stefan Wachtel, Sprechwissenschaftler und Coach von Politikern und Vorständen, Führungskräfte sollten eine Rolle spielen. Denn keiner bezahlt Manager, damit sie der Belegschaft schonungslos die Wahrheit sagen.

In seinem neuen Buch Sei nicht authentisch! rät er, nicht authentisch zu sein, sondern authentisch zu scheinen. Dazu muss man „nur“ seine (Berufs-)Rolle kreieren. Das heißt, wer Wirkung erzielen und Erfolg haben will, sollte sich einen Plan machen und überlegen, was er konkret erreichen will und mit wem er dabei zu tun hat. Wachtel glaubt, dass jeder so am Ende angemessen auftritt ohne dabei zu ehrlich sein zu müssen.

Angela Merkel, Daniela Katzenberger und Helene Fischer beispielsweise spielen für Wachtel perfekt ihre Rollen. Sie wirken so authentisch, dass man gar nicht in Frage stellt, ob sie eine Rolle spielen oder nicht – das Ergebnis harter und professioneller Arbeit. Wer das für sich hinbekommt, hat mehr Erfolg, da er Menschen besser überzeugen kann.

Die besten Tipps: Der Sprechwissenschaftler und Coach zeigt anhand von über 60 Taktiken, wie jeder definieren kann, welche Rolle er in seiner Funktion zu spielen hat – um am Ende authentisch und professionell wirken zu können. Er erläutert, warum man nicht seinen Gefühlen folgen und wie jeder seine Authentizität aufbauen sollte.

Dabei geht Wachtel auch auf die Geheimnisse der Merkel-Rhetorik ein. Er erläutert, warum Angela Merkel Gleichnisse benutzt und authentische Regungen verbirgt, und zeigt, wie sie Kritik annimmt. Allerdings hat die Kanzlerinnenmethode hat am Ende auch Grenzen.

Verständlichkeit und Sprache: In zehn Kapiteln lässt sich Wachtel über das Dilemma der Authentizität aus. Er schildert, warum wir authentisch sein wollen und warum wir auch immer wieder damit scheitern. Auf Grafiken und Illustrationen verzichtet der Autor dabei ganz. Dennoch ist der Ratgeber leicht zu lesen, denn Wachtel kann gut erzählen und kommt auf den Punkt.

Minuspunkte: Der Buchtitel zeigt, dass Stefan Wachtel polarisieren möchte. Auch einigen stark überspitzten Passagen im Buch merkt man an, dass der Autor Spaß daran hat, zu provozieren. Damit macht er sich sicherlich nicht nur Freunde.

Bewertung: Wachtel zeigt in Sei nicht authentisch! wie jeder seine Rolle finden kann. Und so provokant der Titel des Ratgebers auch ist, Wachtel plädiert am Ende nicht dafür, eine Rolle zu spielen, die man nicht auskleidet. Ihm geht es vielmehr darum, dass jeder für sich erkennten sollte, wie er wahrgenommen werden möchte.

 

Cover-Sei_nicht_authentisch

 

Sei nicht authentisch!
Warum klug manchmal besser ist als echt
von Dr. Stefan Wachtel
Plassen Verlag (1. Auflage, November 2014)
19,99 Euro
ISBN: 9783864702181