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Mad Business

Mad Business
Was ist in Konzernen das Problem – Systemfehler oder ein irrsinniges Management?

Wer eine Woche lang einen Top-Manager begleiten möchte, braucht nur das Buch „Mad Business“ lesen. Die Autoren Bartussek und Weyergraf nehmen den Leser mit auf eine ungewöhnliche Reise.

Paul Hecht ist egoistisch, zynisch und karriereorientiert. Er ist kein Sympathieträger, sondern vielmehr ein Manager unserer Zeit. Hecht ist eine Figur in Mad Business. Hecht steht aber auch für rund drei Dutzend Interviewpartner von Joerg Bartussek und Oliver Weyergraf, die die beiden aus zehn Branchen für ihr Buch Mad Business interviewt haben.

Was Hecht in Mad Business erlebt, sind allesamt Erfahrungen der in dem Buch Interviewten. Und die Originalzitate haben es in sich. Sie unterhalten und machen nachdenklich zugleich. Da heißt es bezüglich der Reisekosten: „Meine Sekretärin meinte, trotz der Reisekostenrichtlinie eine Unterkunft für mich gefunden zu haben, die schön gelegen und dennoch nicht zu teuer war. Mein Zimmer hatte deutlich erkennbar unter Generationen von Schülerhorden gelitten, die Lampen heruntergetreten und auch das restliche Mobiliar arg in Mitleidenschaft gezogen hatten. Am nächsten Morgen bei Frühstück war ich der Einzige in Anzug und Krawatte unter zahlreichen Schülergruppen“, so eine Führungskraft aus der IT-Branche.

„Ich bin konfliktfreudig“

Und bezüglich der Statussymbole: „An den Dienstwägen gibt es so kleine Zeichen, die anzeigen, ob das ein Abteilungsleiter oder ein Gruppenleiter ist. Früher hatten die mal einen Zweck, denn damit wurden die Zufahrtsberechtigungen am Gelände geregelt. Mittlerweile haben wir Ausweise, die das elektronisch machen. Doch die Zeichen an den Autos gibt’s immer noch“, so ein Manager aus der Automobilbranche.

Oder im Umgang mit Konflikten: „Ich habe einen relativ stabilen Holzkopf. Viele Leute haben Angst, ihre Meinung zu sagen. Ich nicht. Ich bin konfliktfreudig – ich gehe in jeden Infight, der nötig ist. Wenn mir etwas merkwürdig erscheint, dann sage ich das auch. Ich weiß nicht, ob das eine Stärke oder Schwäche ist“, so eine Führungskraft aus der Medien-Branche.

Blick hinter die Kulissen des alltäglichen Wahnsinns von Großkonzernen

Rede und Antwort standen Top-Manager weltweit aktiver Großkonzerne. Allen gemein ist, darzustellen, was in den meisten großen Unternehmen abgeht. Und diese Originalzitate sind der Kern von Mad Business, um den die Autoren eine Rahmenhandlung inszeniert haben.

Die wenn auch zugegeben witzige Realsatire ist für alle, die einen Blick hinter die Kulissen des alltäglichen Wahnsinns von Großkonzernen werfen wollen.

 
Cover_Mad Business

 

Mad Business
Was in den Führungsetagen der Konzerne wirklich abgeht
von Joerg Bartussek und Oliver Weyergraf
Campus Verlag (1. Auflage, Februar 2015)
22,99 Euro
ISBN 978-3-593-50124-6