» » Ist Takt erlernbar?

Ist Takt erlernbar?

Ist Takt erlernbar?
Ein taktvoller Mensch ist immer ein scharfer Beobachter, der genau registriert, wenn sein Gegenüber betroffen reagiert.

Es heißt, Takt sei der Verstand des Herzens. Taktgefühl bedeutet, sich in seine Mitmenschen einzufühlen und das eigene Verhalten auf sein Gegenüber und die Situation abzustimmen.

Schulen Sie Ihre Sensibilität, und versuchen Sie stets, sich in die Lage des anderen einzufühlen. Nehmen Sie Ihren Mitmenschen wichtig, und holen Sie ihn da ab, wo er steht. Überfordern Sie andere nicht durch die selbstgefällige Darstellung Ihrer Talente und Ihres enormen Fachwissens. Wer Herzenstakt sein Eigen nennt, stellt weder sich selbst noch seinen Besitz prahlerisch zur Schau.

Der Begriff „Takt“ kommt nicht umsonst aus der Musik: Takt bedeutet, sich auf andere einzustimmen und Schwingungen wahrzunehmen. Ein taktvoller Mensch ist immer ein scharfer Beobachter, der genau registriert, wenn sein Gegenüber betroffen reagiert, auch ohne dass ein einziges Wort gesprochen wurde.

Wenn man sich falsch benommen hat

Was tun wir nun, wenn wir in das berühmte Fettnäpfchen getreten sind? Zunächst einmal: Wir alle sind Menschen mit Fehlern und Schwächen. So wie wir Toleranz unseren Mitmenschen gegenüber üben, so tun’s die anderen hoffentlich auch uns gegenüber. Wer möchte schon wirklich perfekt sein? Kleine Unebenheiten machen uns menschlich und unverwechselbar. Haben Sie einen kleineren Fehler gemacht, sollten Sie diesen so gut wie möglich überspielen. Lächeln Sie vor allem, denn das entspannt die Atmosphäre. Wenn Sie Humor haben und auch einmal über sich selbst lachen könnten, ist alles gleich nur noch halb so schlimm!

Sich entschuldigen

Haben Sie sich wirklich unhöflich verhalten, sollten Sie sich auf jeden Fall freundlich und ohne das Gefühl, sich etwas zu vergeben, entschuldigen. Stehen Sie ein für Versprechen, die Sie nicht gehalten haben, und geben Sie Ihren Fehler zu – ein Verhalten, das vielen anscheinend schwer fällt. Dabei sind langatmige und wortreiche Entschuldigen oft fehl am Platz, sie geben dem Missgeschick meist einen unnötig hohen Stellenwert.

Mit Klatsch umgehen

Mut und Standhaftigkeit sind ganz besonders gefragt, wenn Sie Zeuge von böswilligem Gerede und Ehrabschneidereien werden. Sagen Sie klar und deutlich Ihre Meinung, am besten – wie stets, wenn Sie Kritik anbringen möchten – in Form einer Ich-Botschaft: „Kollege Schiller ist heute nicht im Büro. Ich habe kein gutes Gefühl dabei, über ihn zu reden, wenn er nicht da ist.“ In einem solchen Fall des Lästerns über Abwesende sind Stillschweigen und Zurückhaltung keineswegs angebracht. Fassen Sie Mut und sagen Sie klar und deutlich, was Sie von solchem Benehmen halten. Auch wenn es niemand zugibt, wird Ihnen das die Hochachtung aller Kollegen einbringen. Ansonsten kommentieren Sie unangemessenes Verhalten Ihrer Mitmenschen in keiner Form. Lenken sie von einem peinlichen Vorfall ab, wechseln Sie das Thema, oder überhören Sie geschickt.

Unhöflichkeit ignorieren

Natürlich gibt es unangenehme Zeitgenossen, die sich über alle Maßen rüpelhaft verhalten. Im privaten Bereich lösen wir dies auf einfache Weise: Wir müssen nicht mit jedem Umgang pflegen. Im Berufsleben haben wir es schwerer; hohe Ansprüche an die Kinderstube unserer Mitmenschen können wir hier nicht immer stellen. Doch alles hat seine Grenzen: Einen ausgesprochen unverschämten, beleidigenden menschen ignoriere ich, soweit es möglich ist. Es ändert sich nichts, wenn ich mich in einen Streit verwickeln lasse. Es kostet nur meine Energie, meine Zeit und meine Nerven. Selbstbewusst Blickkontakt aufnehmen, schwiegen oder gehen ist meist sehr viel wirkungsvoller! Oft hilft es auch, den Rüpel betont höflich zu behandeln – vielleicht wird ihm sein eigenes Benehmen so eher bewusst?