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Idole und Idioten

Idole und Idioten
Die meisten erfolgreichen Spitzenmanager sind keine Durchschnittsmanager. Doch gerade weil sie unbeherrscht, eigensinnig, rechthaberisch, unzufrieden und dominant sind, sind sie so erfolgreich.

Alle Topmanager haben einen Knall, verlangen zu viel, gerne auch das Unmögliche und lassen mit üblen Aktionen Dampf ab – so zumindest sieht es die Managerlegende Bob Lutz.

Darum geht es: „Die meisten erfolgreichen Spitzenmanager sind keine Durchschnittsmanager. Doch gerade weil sie unbeherrscht, eigensinnig, rechthaberisch, unzufrieden und dominant sind, sind sie so erfolgreich“, schreibt Bob Lutz in Idole und Idioten.

Der gebürtige Schweizer muss es wissen, war er doch selbst ein halbes Jahrhundert in der Automobilindustrie u.a. für General Motors, BMW, Ford oder Chrysler in Führungspositionen tätig. Was er dort erlebt hat, erzählt Lutz in zehn zum Teil sehr amüsanten Geschichten. Er lässt seine Leser an seinen Erfahrungen mit den Cholerikern und Zynikern, den Erbsenzählern, Alkoholikern und Machos teilhaben. Dabei verschont er die Manager nicht, rechnet aber keineswegs mit ihnen ab.

Die besten Tipps: Auch wenn Idole und Idioten kein klassischer Ratgeber ist, erfährt der Leser doch durch die geschilderten Erlebnisse, wie Führung funktioniert – oder eben auch nicht. Wer sich handfeste Tipps und Ratschläge wünscht, wird mit dem Buch aber nicht glücklich.

Verständlichkeit und Sprache: Lutz schildert seine Erfahrungen mit den Topmanagern in einem lockeren Ton. Und auch wenn er von dem Wahnsinn in den Führungsetagen erzählt und die Führungsqualitäten der Topmanager unter die Lupe nimmt, betont er doch auch ihre Verdienste. Dieser Mix macht es, dass das Buch nicht zur reinen Abrechnung wird.

Minuspunkte: Lutz, der selbst viele Jahre als Führungskraft tätig war, erzählt zwar von den vielen Erfahrungen, die er mit Rick Wagoner (GM), Lee Iacocca (Chrysler), Eberhard von Kuenheim (BMW) oder auch Ralph Mason (Ford) gesammelt hat. Dabei lässt er sich allerdings vollkommen außen vor. Ein wenig Selbstkritik hätte dem Buch gut getan.

Bewertung: Lutz hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Er geht sogar so weit, dass er am Ende von Idole und Idioten seinen ehemaligen Chefs anhand eines selbst kreierten Bewertungsbogen Noten gibt – sehr selbstbewusst. Wer mit seinem Chef tagtäglich zu kämpfen hat, wird nach der Lektüre mindestens befriedigt feststellen, es geht noch schlimmer.
Alle Topmanager haben einen Knall, verlangen zu viel, gerne auch das Unmögliche und lassen mit üblen Aktionen Dampf ab.

 

Idole und Idioten
Haarsträubende Erlebnisse auf der Chefetage
von Bob Lutz
Campus Verlag (1. Auflage, März 2014)
24,99 Euro
ISBN 978-3593501154