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Frauen in Führungspositionen – eine seltene Spezies

Frauen in Führungspositionen – eine seltene Spezies
Der "PANDA Contest" bietet Frauen die Möglichkeit, ihre Führungsqualitäten in Situationen zu erproben, wie sie Führungskräften auch im Job begegnen.

In Deutschland sind Frauen in oberen Führungspositionen noch immer eine Ausnahmeerscheinung. Das muss sich ändern. Wie, weiß Isabelle Hoyer von PANDA, einer Initiative für Führungsfrauen.
Was ist PANDA?

Isabelle Hoyer: PANDA ist Initiative, Plattform und Netzwerk für Führungsfrauen. Gestartet sind wir vor drei Jahren mit dem PANDA Women Leadership Contest – und 100 Teilnehmerinnen. Schon nach dem ersten Durchgang war klar: Die Frauen hatten sehr viel aus dem Tag herausgezogen und wollten untereinander gern in Kontakt bleiben.

Der Event wurde also größer (aktuell sind es 200 Teilnehmerinnen) und die Initiative weiterentwickelt: Mittlerweile gibt es ein Netzwerk mit fast 700 PANDAs, branchenspezifische PANDA-Specials, PANDA-Trainings und Networking-Events.

 

Was bedeutet PANDA?

Isabelle Hoyer: PANDA steht für eine in Deutschland sehr seltene Spezies: Frauen in Führungspositionen. Zwar sind die – Gottseidank – nicht vom Aussterben bedroht, aber dennoch gibt es viel zu wenige.

 

Wer steckt hinter der Initiative?

Isabelle Hoyer: Hinter PANDA stehen Stuart Cameron und ich. 2012 haben wir noch nebenbei angefangen, an der Idee zu arbeiten. Seit neuestem bin ich eine Fulltime-PANDA.

 

Was war die Motivation, PANDA zu gründen?

Isabelle Hoyer: Deutschland ist bezüglich des Anteils von Frauen in Führung fast europaweites Schlusslicht. Das wollten wir ändern oder mindestens einen Beitrag dazu zu leisten, die Situation für Frauen in Deutschland zu verbessern.

Was die Motivation betrifft, kamen wir aus verschiedenen Richtungen: Stuart hatte zuvor bereits die Diversity-Karrieremesse Sticks & Stones gegründet und sich stark mit der Diskriminierung von Schwulen und Lesben in der Arbeitswelt beschäftigt. Dabei realisierte er: Auch für Frauen steht da nicht alles zum Besten. Daraus wuchs seine Motivation, bei PANDA aktiv mitzuwirken.

Mich selbst hat das Thema „Frauen und Beruf“ seit meinem Studium begleitet: Ich wurde zu Beginn meines Studiums Mutter, im Studium dann noch einmal und nebenbei bin ich in den Beruf eingestiegen. Das war und ist also auch mein eigenes Thema. Dazu kam die „Übersiedlung“ von Ost nach West, die ein ziemlicher Kulturschock war. Von der absoluten Selbstverständlichkeit berufstätiger Mütter in Ost, gefühlte 50 Jahre rückwärts in West. Bei meiner ersten beruflichen Station, ein Netzwerk für Führungskräfte, bekam ich dann auch noch abenteuerliche Geschichten von Frauen zu hören. Dieser ganze Mix an Erlebnissen und Motiven hat dazu geführt, PANDA zu gründen.

Dass Stuart und ich drei Jahre lang sehr gut als Kollegen zusammengearbeitet haben, wir eng befreundet sind und auch gern wieder zusammen arbeiten wollten, hat die Motivation enorm gefördert.

 

Wie unterstützt PANDA Frauen?

Isabelle Hoyer: Durch PANDA haben Frauen viele Vorteile: Der größte Mehrwert ist unser hochkarätiges Netzwerk. Aber auch beim Contest können Frauen schnell gute Kontakte in- und außerhalb der eigenen Branche knüpfen.

Ferner geht es bei PANDA um die persönliche Weiterentwicklung als Führungsfrau oder den Weg dorthin. Durch den Austausch, das Feedback und die gemeinsame Reflexion über Führungsthemen, wird das Erreichen persönlicher Ziele einfacher. Auch bringen wir unsere Teilnehmerinnen mit Unternehmen zusammen – damit mehr Führungsrollen mit Frauen besetzt werden. Und grundsätzlich wollen wir durch PANDA mehr Sichtbarkeit für Führungsfrauen schaffen. Es gibt so viele großartige weibliche Führungstalente.

 

Wie können Frauen mitmachen?

Isabelle Hoyer: Über unsere Website können Frauen sich für den Contest oder das Netzwerk bewerben.

 

Und wie unterstützt PANDA Unternehmen?

Isabelle Hoyer: Indem wir sie mit großartigen Führungsfrauen zusammenbringen! Mit unserem „strategischen Networking“ beispielsweise sind wichtige Kontakte zu knüpfen und gute Gespräche zu führen. Wir sensibilisieren aber auch, indem wir zeigen, wie Frauen zu gewinnen sind und warum das Thema wichtig ist. Außerdem bietet PANDA Unternehmen die Möglichkeit zum Austausch: Was muss passieren, damit mehr Frauen in Führung kommen oder damit Unternehmen attraktiver für Bewerberinnen werden?

 

Am 2. Juli findet in Berlin der „PANDA Women Leadership Contest“ statt. Wer kann sich bewerben? Und warum sollten Frauen sich bewerben?

Isabelle Hoyer: Formale Voraussetzungen sind lediglich Berufs-und Führungserfahrungen. Bezüglich Branche, Studienhintergrund oder Unternehmensform sind wir offen. Unser Ziel ist, eine heterogene Gruppe zusammenzustellen, in der sich Frauen mit spannenden Erfahrungen und verschiedenen Hintergründen gegenseitig inspirieren und fördern.

Bewerben sollten sich Frauen, wenn sie ihr Netzwerk um gute Kontakte erweitern und sich als Führungspersönlichkeit weiterentwickeln wollen. Wenn sie sich Feedback bezüglich ihrer Wirkung wünschen und Interesse an den Erfahrungen anderer Führungsfrauen haben. Wenn sie Kontakte zu Unternehmen knüpfen und/oder sich grundsätzlich für ihren weiteren Weg orientieren möchten. Das alles und noch viel mehr findet Frau bei PANDA!

 

ACHTUNG: Bewerbungsschluss für den PANDA Women Leadership Contest ist der 30.04.2016!

 

Die Ratgeber und die Chefin – der Blog für Führungsfrauen unterstützen PANDA als Kooperationspartner.