» » Was passiert beim Burnout im Körper?

Was passiert beim Burnout im Körper?

Was passiert beim Burnout im Körper?
Die Folgen von Dauerstress können sich in fast jedem Körperteil und jeder Körperfunktion bemerkbar machen.

Dauerstress belastet den Körper enorm. Es ist wie bei einem Bügeleisen: Einmal ganz auf der höchsten Stufe, dauert es sehr lange, bis es wieder abkühlt – selbst wenn der Strom ausgeschaltet ist.

Wenn Belastungen zu lange, zu häufig und zu heftig auftreten, gerät der Körper aus dem Takt: Das Nervensystem, das Blutdruck und Herzschlag in ruhigeren Momenten wieder dämpft, versagt. Der Dauergestresste gerät in einen Zustand ständiger Anspannung und Alarmbereitschaft, hat einen andauernden erhöhten Spiegel der Stresshormone, der selbst in ruhigeren Momenten nicht mehr sinkt.

Das bedeutet, die muskuläre Anspannung und die Kampfbereitschaft des Körpers sind dauerhaft hoch. Es fließt mehr Energie in die Blutbahnen, als verbraucht wird. Dieser Zustand führt zu Ablagerungen an den Gefäßwänden, die Adern verlieren an Geschmeidigkeit, der Blutdruck bleibt chronisch erhöht, das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko steigt. Es ist wie beim Bügeleisen: Einmal ganz auf der höchsten Stufe, dauert es sehr lange, bis es wieder abkühlt – selbst wenn der Strom abgeschaltet ist. Stark gestresste Menschen klagen beispielsweise über plötzliche Schweißausbrüche, trockenem Mund, Kurzatmigkeit, flauem Magengefühl, Kloß im Hals, weiche Knie, plötzliche Tränenausbrüche.

Die Alarmsignale für Überlastungen treten im ganzen Körper auf:
• Zittern der Hände,
• Stottern,
• Kopf- und Rückenschmerzen,
• Muskelschmerzen,
• Magenschmerzen,
• Gereiztheit,
• Gedächtnisprobleme,
• Unkonzentriertheit,
• Erschöpfung.

Hinter diesen Alarmsignalen muss aber nicht immer Stress oder gar ein Burnout stecken. Nicht jeder, der ständig unter Strom steht, dessen Körper in ständiger Alarmbereitschaft ist, wird auch zwangsläufig krank. Und wenn, treten auch nicht alle Alarmsignale (gleichzeitig) auf. Die meisten Menschen reagieren in einer bestimmten Form anfällig: Einigen schlägt der Stress auf den Magen, manchen auf die Muskulatur und anderen wiederum auf das Herz.

Die Folgen von Dauerstress können sich in fast jedem Körperteil und jeder Körperfunktion bemerkbar machen:
• in einem geschwächten Immunsystem mit einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionskrankheiten
• in der Lunge aufgrund der erhöhten Atemfrequenz in Form von Asthma
• in Form von Schlafstörungen (von Sonntag auf Montag beispielsweise haben die meisten Menschen die schlechteste Schlafqualität und von Freitag auf Samstag die beste)
• im Verdauungstrakt in Form von Magenschleimhautentzündungen oder Geschwüren im Magen-Darm-Trakt
• in Muskelverspannungen, Kopfschmerzen und Migräne
• in Hörsturz und Tinnitus
• in erhöhtem Cholesterinspiegel und gegebenenfalls Diabetes
• im Herz-Kreislauf-System (Bluthochdruck, Arteriosklerose und erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko)

Der tägliche Stress ist einer der wichtigsten Faktoren für Beziehungsstörungen

Während es früher hieß: „Bis dass der Tod Euch scheidet“, heißt es heute eher: „Bis dass der Stress Euch scheidet“. Studien zeigen, Stress tötet die Liebe und die Beziehung, der tägliche Stress ist einer der wichtigsten Faktoren für die Trennung. Besonders zerstörerisch wirken eher alltägliche Sorgen und Ärgernisse wie beispielsweise ständiger Zeitdruck im Unternehmen, Schulprobleme der Kinder, Ärger mit Freunden. Diese „Klein-Probleme“ reiben auf, häufig fehlt es an Unterstützung und Verständnis, die Partner sind gereizt und freudlos, haben zu wenig Zeit für einander, es gibt immer weniger gemeinsame Erlebnisse und Genüsse. Fazit: Das Wir-Gefühl schwindet.

Stress beeinfluss auch die Sexualität. Überlastungen im beruflichen Bereich spielen dabei eine genauso wichtige Rolle wie private Probleme. Sexuelles Verlangen und Lust hängen von der Entspanntheit ab. Sexuelle Erregung wird vom Parasympathikus bewirkt, jenem Teil des vegetativen Nervensystems, der für Erholung und Entspannung zuständig ist. Hat der Sympathikus die Oberhand, der für die „allgemeine Mobilmachung“ und Anspannung zuständig ist, so kann sich der Parasympathikus nur schwer durchsetzen – und die sexuelle Erregung ist im Stresszustand schwer möglich. Denken wir zurück an den von seinem wilden Tier bedrohten Steinzeitmenschen, eine durchaus logische hierarchische Verknüpfung.

Subjektiv erscheint die Stress verursachende Situation ausweglos

Pauschal gesagt: Ein Burnout entsteht aus einem unausgeglichenen Leben, das aus ständigem Druck ohne Entspannung besteht. Jegliche Energie versiegt, Probleme erscheinen überwältigend, der Betroffene neigt verstärkt zu Pessimismus oder auch Zynismus.

Beim Entstehen des Burnouts fehlen die subjektiv wahrgenommenen Möglichkeiten, die Situation zu verändern bzw. ihr entrinnen zu können. Dabei spielen auch Persönlichkeitsmerkmale – wie beispielsweise das Streben nach Professionalität und hoher Leistungswille – eine Rolle.

Gerade weil Burnout vor allem leistungsfähige und ehrgeizige Mitarbeiter trifft und dieses positiv bewertete Verhalten in den Anfangsphasen des Burnout dominiert, ist das schleichende Abgleiten eines Menschen in den Burnout oft nicht erkennbar.