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Mit Zeitmanagement gegen ein Burnout

Mit Zeitmanagement gegen ein Burnout
Zeitmanagement bedeutet, vorauszuplanen, also vor dem Beginn einer neuen Aufgabe den Zeitaufwand, die Wichtigkeit und die Dringlichkeit dieser Aufgabe einzuschätzen.

Die Zeit, oder besser gesagt, der Mangel an Zeit, ist ein bedeutender Risikofaktor für Burnout. Wem „die Zeit davonrennt“, der befindet sich in einer solchen Situation praktisch immer im Stress. Doch was tun, wenn der 24-Stunden-Tag nicht auf 26 Stunden auszudehnen ist?

Stress, der in vielen Fällen vermeidbar wäre, denn auf den Faktor Zeit selbst hat zwar kein Mensch Einfluss – auch bei größter Anstrengung wird es niemandem gelingen, den Tag auszudehnen. Aber er hat einen großen Einfluss darauf, wie er die Zeit nutzt. Das „Zauberwort“ lautet: Zeitmanagement.

Zeitplanung braucht Zeit!

Wer ein erfolgreiches Zeitmanagement in sein (Arbeits-)Leben integrieren möchte, muss sich über eines im Klaren sein: Er wird in dieses Ziel Zeit investieren müssen. Das klingt paradox, denn schließlich ist der Zweck der Übung doch eher, Zeit zu „gewinnen“. Wer aber daraus folgert, für Zeitplanung habe er nicht genügend Zeit, denkt zu kurzfristig. Denn das Investment wird sich auszahlen. Und zwar mehrfach.

Der erfolgreiche Zeitmanager wird einen besseren Überblick über anstehende Aufgaben und Aktivitäten eines Tages oder einer Woche haben. Er wird weniger Stress ausgesetzt sein und mehr Freiraum für Kreativität gewinnen und seine Konzentration besser auf Wesentliches richten können. Er hat mehr freie Zeit für Familie, Freunde und Hobbys und erreicht seine Ziele schneller und systematischer.

Der Autor Lothar Seiwert hat fünf Faktoren definiert, an denen sich eine effektive Tagesplanung orientieren sollte, die so genannte ALPEN-Methode:

A ufgaben zusammenstellen – in einer einfachen To-Do-Liste werden die Aufgaben für den kommenden Tag notiert.
L änge der Aktivitäten einschätzen – dabei wird ein möglichst realistischer und nicht zu knapp bemessener Zeitraum für die einzelnen Aktivitäten festgelegt.
P ufferzeiten einplanen – nur so bleibt Platz für Unvorhergesehenes.
E ntscheidungen treffen – Aufgaben auf den Tag verteilen und priorisieren: von A („wichtig und eilig“) über B („wichtig, aber nicht so eilig“) bis C („unwichtig und nicht so eilig“).
N achkontrolle – ist die Planung insgesamt realistisch?

Zeitmanagement zahlt sich aus

Noch ein Wort zu den „Pufferzeiten“: Zeitmanagement bedeutet, vorauszuplanen, also vor dem Beginn einer neuen Aufgabe den Zeitaufwand, die Wichtigkeit und die Dringlichkeit dieser Aufgabe einzuschätzen. Da auch gute Zeitmanager für gewöhnlich nicht über hellseherische Fähigkeiten verfügen, können sie den tatsächlichen Zeitbedarf einer Aktivität natürlich nicht „stoppuhrgenau“ angeben. Darüber hinaus können überraschende und unvorhersehbare Ereignisse (ein verspäteter Flug, ein Stau etc.) die beste Schätzung ad absurdum führen. Aus diesem Grund sollte in jedem Plan ein ausreichend großer Zeitpuffer vorhanden sein: Der gute Zeitmanager verplant nicht mehr als 60 Prozent seines Tages.

Schriftlichkeit verschafft Übersichtlichkeit und Verbindlichkeit

Der schriftliche Zeitplan ist der Kompass durch den Arbeitstag. Er enthält eine Zeitschiene, eine Spalte für die Aufgabe, eine für die Wichtigkeit der Aufgabe (Priorität) und eine Spalte, in der die erledigten Aufgaben entsprechend markiert werden können. Der gute Zeitmanager berücksichtigt bei der Aufgabenverteilung über den Tag auch die persönliche Leistungskurve. Er wird z.B. das delikate Telefongespräch mit dem wichtigsten Kunden, bei dem er hellwach sein muss, nicht auf die Zeit direkt nach dem Mittagessen legen, sondern wird den Termin so planen, dass er in Top-Form zum Hörer greifen kann. Ein Beispiel für einen „Tagesplan“ finden Sie auf der nächsten Seite. Es ist besonders wichtig, den Zeitplan tatsächlich schriftlich zu fixieren. Denn wer seinen Zeitplan nur im Kopf hat, vergisst leicht etwas Wichtiges und beschäftigt sein Gehirn mit einer unnötigen „Gedächtnisaufgabe“. Liegt etwas schwarz auf weiß vor, kann man es schwerer ignorieren. Das Hinauszögern unangenehmer Arbeiten mit angenehmeren „Ersatzaufgaben“ funktioniert dann auch nicht mehr so leicht. Und es ist durchaus motivierend, erledigte Aufgaben „abzuhaken“.

Die 13 entscheidenden Fragen, die ein guter Zeitmanager mit ja beantwortet:
• Gibt es in Ihrem Arbeitsalltag feste Zeiten, die Sie für Arbeitsplanung und -vorbereitung reservieren?
• Planen Sie Spielraum für Unvorhersehbares ein?
• Sind die Punkte „Schreibtisch aufräumen“ und „E-Mails sortieren“ feste Bestandteile Ihres Arbeitsplanes?
• Berücksichtigen Sie bei der Arbeitsplanung Ihre persönliche Leistungskurve?
• Legen Sie Aufgaben und Ziele schriftlich fest und notieren Sie, bis wann diese erledigt sein sollen?
• Versehen Sie Ihre Arbeitsaufträge mit Prioritäten und halten Sie sich an die Reihenfolge: Das Wichtigste erledige ich zu erst?
• Führen Sie einmal begonnene Vorgänge konsequent zu Ende, sodass sie erledigt sind?
• Checken Sie Ihre E-Mails nur zu vorher festgelegten Zeiten, zwei oder drei Mal am Tag? Ist die Hinweisfunktion auf neue Mails („Sie haben Post!“) deaktiviert?
• Fangen Sie morgens gleich mit der Arbeit an und vermeiden „Arbeitsverhinderungstaktiken“ wie das Checken privater E-Mails oder beliebter Websites?
• Sagen Sie auch mal nein, wenn jemand Sie um etwas bittet, während Sie auf Wichtiges konzentriert sind?
• Delegieren Sie die Aufgaben, die delegierbar sind?
• Fragen Sie Ihren Gesprächspartner immer nach dem günstigsten Zeitpunkt und dem genauen Zeitraum, wenn Sie einen Rückruf vereinbaren?
• Und wenn Sie zurückgerufen werden sollen: Teilen Sie Ihrem Gesprächspartner mit, wann der günstigste Zeitpunkt ist?