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Burnout: Warnsignale wahrnehmen und handeln

Burnout: Warnsignale wahrnehmen und handeln
Je eher die Burnout-Gefahr entdeckt wird, desto leichter ist es, gegenzusteuern.

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, einem Burnout zu entgehen. Doch dazu müsste man erst einmal wissen, dass überhaupt ein Burnout droht. Man müsste die Symptome erkennen. Und genau daran hapert es. Woran liegt das?

Wer einen Schnupfen bekommt, spürt das Übel im Allgemeinen kommen: das typische Kratzen im Hals, die unangenehme Kombination aus Kopf- und Gliederschmerzen – nicht umsonst spricht der Volksmund von der Erkältung, die „im Anflug“ ist. Leider nützt das Wissen darüber wenig, außer vielleicht, dass sich der Kranke in spe rechtzeitig mit Taschentüchern eindecken kann. Denn auch dies weiß der Volksmund über den Schnupfen: Drei Tage kommt er, drei Tage bleibt er, drei Tage geht er. Daran ändern auch die vielen, vielen Hausmittel und Geheimrezepte in der Regel wenig. Abwarten und Tee trinken, heißt die Devise.

Beim Burnout ist es für gewöhnlich genau umgekehrt: Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, dem totalen Zusammenbruch zu entgehen. Doch dazu müsste man erst einmal wissen, dass überhaupt ein Burnout droht. Man müsste die Symptome erkennen. Und genau daran hapert es. Woran liegt das?

Burnout-Symptome sind schwer zu erkennen

Drei Gründe: Das Burnout-Syndrom entwickelt sich schleichend, es kommt in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen daher und die Symptome sind vieldeutig, teilweise auch widersprüchlich.

Die nachfolgende Aufstellung dient möglichen Burnout-Kandidaten zur Selbsteinschätzung. Sie ist bewusst kein (!) Burnout-Test mit Punktevergabe und anschließender Einordnung in ein Auswertungsschema.

Die Komplexität der Burnout-Symptomatik ist nicht dazu geeignet, sie in ein vorgegebenes Raster zu pressen. Das bedeutet nicht, dass entsprechenden Burnout-Selbsttests (von denen es ja mittlerweile viele gibt) generell die Legitimität abzusprechen ist. Die Befürchtung allerdings, dass Betroffene dazu neigen könnten, das Ergebnis (in welche Richtung dies auch immer gehen mag) zu verabsolutieren und als eine Art „Ersatzdiagnose“ ansehen zu können, ist da. Das aber wäre fatal.

Professionelle Burnout-Experten bietet Sicherheit

Wer vermutet, dass er am Burnout-Syndrom erkrankt ist, kann anhand der folgenden Checkliste überprüfen, bei welchen Aussagen er Übereinstimmungen mit sich selbst feststellt. Wer sich in keiner der Aussagen wiederfinden kann, der wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nichts mit Burnout zu tun haben. Wer dagegen hinter jeder Aussage einen Haken macht, steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits tief in der Burnout-Falle. Alle Ergebnisse dazwischen zeigen lediglich Tendenzen, Möglichkeiten auf, in welche Richtung der Burnout-Zeiger ausschlägt. Sicherheit erlangt nur, wer sich in die Hände eines professionellen Burnout-Experten begibt.

Erste Phase: Vom Überengagement zur Erschöpfung
• „Ich lege deutlich mehr Engagement an den Tag als meine Kollegen.“
• „In meinen Aufgaben gehe ich vollkommen auf.“
• „Ein Tag ohne Überstunden kommt bei mir nicht vor.“
• „Ich habe das Gefühl, nie Zeit zu haben.“
• „Ich habe das Gefühl, unentbehrlich zu sein.“
• „Meine eigenen Bedürfnisse sind nicht so wichtig.“
• „Treffen mit Freunden und Bekannten haben bei mir Seltenheitswert.“
• „Es fällt mir schwer, nach Feierabend abzuschalten.“
• „Häufig bin ich müde und kaputt.“
• „An meine Fehlschläge und Misserfolge möchte ich nicht erinnert werden.“

Zweite Phase: Distanzierung und reduziertes Engagement
• „Ich habe die positive Einstellung gegenüber meiner Arbeit verloren.“
• „Bei Gesprächen mit Kunden bin ich häufig unaufmerksam.“
• „Mein Arbeitseifer hat merklich nachgelassen.“
• „Dass ich die Mittagspause überziehe, kommt öfter mal vor.“
• „Ich schaue ständig auf die Uhr und sehne den Feierabend herbei.“
• „Was mich bei der Arbeit am meisten interessiert, ist der Gehaltszettel.“
• „In der Familie / Partnerschaft gibt es öfter Streit als früher.“
• „Ich habe das Gefühl, von allen ausgenutzt zu werden.“
• „Keiner erkennt meine Leistungen richtig an.“
• „Bei der Arbeit ertappe ich mich öfter mal bei Tagträumereien.“

Burnout-Indikatoren der fortgeschrittenen Phase

Dritte Phase: Emotionalisierung
• „Ich plage mich häufig mit Schuldgefühlen.“
• „Oft bin ich grundlos nervös.“
• „Andere leiden unter meinen Launen.“
• „Ich fühle mich schwach und leer.“
• „Meine persönliche Toleranzschwelle ist schnell überschritten.“
• „Ich fühle mich hilflos.“
• „Es kommt vor, dass ich schnell die Geduld verliere.“
• „Ich tue mich schwer, Kompromisse zu akzeptieren.“
• „Meine Zukunft sehe ich ziemlich schwarz.“
• „Ich habe schon daran gedacht mich umzubringen.“

Vierte Phase: Abbau
• „Ich habe immer größere Schwierigkeiten mich zu konzentrieren.“
• „Ich kann meine Arbeit nicht mehr richtig organisieren.“
• „Ich mache nur noch das absolut Nötigste.“
• „Neue Ideen, kreative Einfälle sind bei mir Fehlanzeige.“
• „Meine Leistungsfähigkeit hat deutlich nachgelassen.“
• „Komplizierte Aufgaben kann ich kaum noch bewältigen.“
• „Immer öfter kommt es vor, dass ich Termine und Absprachen vergesse.“
• „Ich sträube mich gegen Veränderungen.“
• „Bei meiner Arbeit bin ich ziemlich schludrig geworden.“
• „Ich neige dazu, alles schwarz-weiß zu sehen.“

Fünfte Phase: Gleichgültigkeit und Rückzug
• „Eigentlich habe ich zu nichts mehr Lust.“
• „Mir ist alles ziemlich egal.“
• „Hobbys, die ich früher mochte, habe ich aufgegeben.“
• „Wenn Freunde mich anrufen, gehe ich oft nicht ans Telefon.“
• „Meine Post lasse ich oft tagelang ungeöffnet liegen.“
• „Ich fühle mich einsam.“
• „Wenn Freunde etwas Schönes oder Trauriges erleben, lässt mich das kalt.“
• „Alles, was ich spüre, ist eine große innere Leere.“
• „Ich bin zynisch geworden.“
• „Getroffene Verabredungen sage ich meistens unter einem Vorwand wieder ab.“

Sechste Phase: Psychosomatische Reaktionen
• „Ich trinke deutlich mehr Alkohol als früher.“
• „Ich leide unter massiven Schlafstörungen.“
• „Ich habe öfter Verdauungsschwierigkeiten.“
• „Grippale Infekte oder sonstige Infektionen sind häufiger als früher.“
• „Ich habe ständig Kopfschmerzen.“
• „Ich habe sexuelle Probleme.“
• „Öfter bekomme ich nervöse Zuckungen.“
• „Ich habe oft ein Pfeifen im Ohr.“
• „Manchmal bekomme ich schwer Luft.“
• „An manchen Tagen ,fresse‘ ich alles in mich hinein, an anderen Tagen esse ich fast nichts.“