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Burnout-Ursache: Persönlichkeit oder Umwelt?

Burnout-Ursache: Persönlichkeit oder Umwelt?
Ein Burnout erwächst sowohl aus persönlicher Disposition als auch aus Umweltbedingungen.

In vielen Burnout-Ratgebern findet man eine Aufteilung der Ursachen in Umweltbedingungen und Persönlichkeitsmerkmale. Sind die Ursachen für Burnout weniger in der Persönlichkeit, sondern in der Umwelt zu suchen? Oder verhält es sich genau umgekehrt?

Die Umwelt eines Menschen setzt sich aus Beruf, Familienleben, Bekanntenkreis und Freizeitbeschäftigungen zusammen. Sehr häufig werden Autonomieeinbußen oder nicht zufrieden stellende Arbeitsbedingungen als äußere Burnout-Einflüsse genannt. Aber auch fehlende Anerkennung und schwere Schicksalsschläge können „von außen“ ein Burnout begünstigen.

Schwierige Entscheidungen brauchen Mut

Ist es nun so, dass Arbeitskräfte – und damit ihre Persönlichkeitsmerkmale – „schuld“ sind an ihrer Unzufriedenheit und Erschöpfung? Oder liegt die Verantwortung dafür bei den Unternehmen – und damit den Umweltbedingungen? Ich bin der Meinung: sowohl als auch. Einige Menschen lassen sich aufgrund ihrer Fähigkeiten, Erfahrungen, Werte und Lebenseinstellungen zu einer stark gefährdeten Gruppe zuordnen, andere scheinen wiederum nahezu resistent gegenüber Burnout zu sein.

Ein erwachsener Mensch bestimmt idealerweise selbst
• welcher Umgebung er sich dauerhaft aussetzt,
• welchen Beruf er wo ausüben möchte,
• wie er sein Privatleben gestaltet,
• wie intensiv er wann welches Ziel verfolgt.

Es braucht für diese zum Teil sehr schwierigen Entscheidungen häufig viel Mut. Aber wer dazu in der Lage ist, sie autonom zu treffen, ist gegenüber der Burnout-Gefahr fast immun und wird sich von seiner Umwelt kaum „kaputt“ machen lassen.

Sowohl persönliche Disposition als auch Umweltbedingungen

Dennoch trifft ein Burnout nicht automatisch alle entscheidungsschwachen, (über)vorsichtigen Menschen. Auch Bedingungen, Herausforderungen wie zum Beispiel Schicksalsschläge, Unternehmensentscheidungen, mit denen wir im Laufe unseres Lebens konfrontiert werden, spielen eine wichtige Rolle.

Also: Persönlichkeitsmerkmale oder Umweltbedingungen? Die Antwort lautet: Persönlichkeitsmerkmale und Umweltbedingungen!

Arbeitsverhalten und Arbeitspensum überprüfen

Muss ich wirklich alle Aufgaben zu hundert Prozent erledigen? Bin ich wirklich für alles verantwortlich, was in der Abteilung, in meinem Team passiert und gemacht werden muss? Ist das Arbeitspensum wirklich nicht während der Arbeitszeit zu schaffen? Warum muss ich tagtäglich mit dem Gefühl in den Feierabend gehen, dass der Berg auf dem Schreibtisch mal wieder höher geworden ist, statt zu schrumpfen?

Wer sich diese Fragen stellt, seine Einstellung zur Arbeit und zur Arbeitsweise hinterfragt, ist schon auf dem richtigen Weg und kann sich auf die Suche nach den richtigen Antworten machen: Wichtigem mehr Beachtung schenken als Unwichtigem, Aufgaben ablehnen, die nicht zum eigentlichen Job gehören, Störfaktoren beseitigen.

Zeitfresser aufspüren und Entscheidungen treffen

Und auch eine (bessere) Zeitplanung kann helfen, das Gefühl zu reduzieren, den Arbeitsanforderungen nicht gewachsen zu sein. In Zeitmanagement-Seminaren lernen Betroffene, wie Stressfaktoren abgebaut werden können. Sie beschäftigen sich mit ihren „Zeitfressern“, den Stärken und Schwächen des eigenen Arbeitsstils, der Organisation des eigenen Arbeitsbereiches oder der Art, Entscheidungen zu treffen.

Es sind aber nicht nur die schlechten Arbeitsbedingungen, die zum Burnout führen können. Entscheidend ist, wie der einzelne mit diesen Bedingungen umgeht. Auch der persönliche Anspruch – an sich und seine Leistungen – ist ein Faktor. Dauerdruck, Unzufriedenheit, mangelnde Perspektiven, beruflich und privat, sind die perfekten Wegbereiter in den Burnout.