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Burnout: Finanzieller Schaden für Unternehmen

Burnout: Finanzieller Schaden für Unternehmen
Betroffene Arbeitnehmer leisten lange vor dem Zusammenbruch bis zu 40 Prozent weniger als ihre gesunden Kollegen.

Psychische Erkrankungen führen zu längeren Fehlzeiten als physische Erkrankungen. Vorsorge zahlt sich daher für Unternehmen aus.

Die Verluste durch kranke Mitarbeiter sind kostspielig. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beziffert den volkswirtschaftlichen Schaden durch Stress und Überforderung am Arbeitsplatz jährlich auf über 120 Milliarden Dollar allein in Europa und Nordamerika.

Der Antrieb für Unternehmer, die Stressfaktoren im Betrieb zu beseitigen, ist natürlich nicht die Liebe zu den Mitarbeitern, sondern das Ergebnis einer einfachen Rechnung. Eine psychische Erkrankung führt im Schnitt zu einem Monat Arbeitsausfall (30,4 Kalendertage). Das ist doppelt so lang wie der Durchschnitt, nur eine Krebserkrankung führt zu noch längeren Fehlzeiten. Hinzu kommt, dass in der verdichteten Arbeitswelt Ausfälle heute schneller Folgen haben als früher: Der Einzelne ist schlechter ersetzbar, Puffer gibt es kaum noch in den Unternehmen.

Vorsorge zahlt sich für Unternehmen aus

Außerdem leisten die betroffenen Arbeitnehmer schon lange vor dem Zusammenbruch bis zu 40 Prozent weniger als ihre gesunden Kollegen. Was für Unternehmen ebenfalls sehr hohe Kosten verursacht. Untersuchungen belegen: Ein Euro Investition in eine moderne betriebliche Gesundheitsförderung zahlt sich nach drei Jahren mit mindestens 1,8 Euro aus. Im Mittelstand rechnet sich der investierte Euro noch stärker, denn durch die verminderten Fehlzeiten und die höhere Produktivität, werden daraus zehn eingesparte Euro.

Konsequenzen psychischer Belastungen im Betriebsalltag:
• Demotivierte Kollegen bedeuten auch mehr Stress für andere Mitarbeiter.
• Das Risiko für Fehler und Unfälle steigt mit wachsendem Stress an.
• Kreativität und Spontaneität nehmen ab.
• Mit Abnahme des körperlichen und psychischen Wohlbefindens nehmen die Fehlzeiten zu.
• Rückzugstendenz und Aggressivität der Betroffenen wirken negativ auf das Betriebsklima.
• Massiver Leistungsabfall und häufige Abwesenheiten bewirken Maßnahmen beim Arbeitgeber (Ausgliederung der Betroffenen aus dem Arbeitsprozess).

Betriebliche Gesundheitsförderung senkt Fehlzeiten um über 30 Prozent

Eine moderne betriebliche Gesundheitsförderung kann im Unternehmen die Fehlzeiten um über 30 Prozent senken. Trotzdem lässt in vielen Betrieben eine systematische Gesundheitsförderung zu wünschen übrig. Und viele Unternehmer und Führungskräfte wissen zu wenig über präventive Möglichkeiten. Die Haltung ist eher davon bestimmt, eingetretene Belastungen zu kompensieren als rechtzeitig vorzubeugen. Für die „Wartung der Maschinen“ wenden Unternehmen meist mehr Zeit und Geld auf als für die „Wartung der Mitarbeiter“. Zudem herrscht verbreitet die Auffassung, dass sich personal- und gesundheitspolitische Maßnahmen in kürzester Zeit rechnen sollen.