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Bewerbung: Was ist heute ein Muss?

Bewerbung: Was ist heute ein Muss?
Viele Unternehmen suchen mittlerweile nicht mehr stromlinienförmige Karrieren.

Wer lange keine Bewerbung mehr schreiben musste, empfindet das als große Herausforderung. Was ist heute „normal“? Was ist ein Muss? Wie hebe ich mich von der Masse ab?

Wer sich auf eine begehrte Stelle bewirbt, muss sich etwas einfallen lassen, um aus der Flut von Bewerbungen herauszustechen. Im Trend sind aktuell Videos, in denen Bewerber in maximal zwei Minuten die Höhepunkte ihrer beruflichen Stationen schildern sowie auf ihre wichtigsten Kompetenzen eingehen. Die Kosten dafür halten sich in Grenzen: Für rund 200 Euro bieten spezielle Anbieter diesen Service bereits an. Wer es sich zutraut, kann sein Video auch bei Anbietern wie gocvone.com selbst erstellen.

Nicht zu unterschätzen ist das Anschreiben einer Bewerbung. Hier sollten Bewerber Zeit investieren: Zum einen, um ihre Motivation, warum sie sich bei dem Unternehmen und auf die Position bewerben, zu erläutern. Zum anderen, um ihr Wissen über aktuelle Geschehnisse, die das Unternehmen und die Branche betreffen, zu präsentieren. Vermeiden sollten sie dabei Floskeln und Textbausteine. Besser, eigene Formulieren finden, die zur Person und Position auch passen.

Relevante Daten in den Fokus stellen

Heute ein Muss sind Online-Bewerbungen, die als PDF verschickt bzw. auf Unternehmenswebseiten hochgeladen werden. Verschicken Bewerber ihre Unterlagen per Mail, sollte der Anhang grundsätzlich nicht zwei MB übersteigen. Wird etwas auf einer Unternehmenswebseite hochgeladen, sind die Möglichkeiten in der Regel eh vorgegeben. Dabei sollten Bewerber auf eine lesbare Schrift, wohl dosiert eingesetzte Links sowie auf einen antichronologisch und gut strukturierten Lebenslauf achten. Das heißt, relevante Daten für die angestrebte Position gehören zuerst erwähnt. Wenn es passt, können Bewerber die ihrem Lebenslauf zum Beispiel in Form einer Kompetenzliste beilegen. Und Hobbies sollten generell nur erwähnt werden, wenn die auch wirklich zelebriert werden. Allgemeine Angaben wie lesen, kochen und reisen sagen nämlich nicht wirklich viel aus. Kocht ein Bewerber hingegen mit Leidenschaft, kann beispielsweise mit besonderen Garmethoden o.ä. aufwarten, sollte das Hobby nicht unerwähnt bleiben.

Und dann ist die Frage, ob man sich zwangsläufig immer an die Online-Bewerbung hält. Bei der Masse an Bewerbungen ist man mit einer klassischen Mappe einer unter wenigen, statt mit seiner Online-Bewerbung einer unter vielen.

Kaum jemand sucht heute stromlinienförmige Karriere

Während früher Quereinsteiger und Menschen mit unkonventionellen Lebensläufen eher aussortiert wurden, haben sie heute immer öfter gute Karten. Immer mehr Unternehmen suchen Bewerber mit Persönlichkeit. Wer sich beispielsweise ehrenamtlich engagiert, sollte das nicht unerwähnt lassen. Wer Lücken, eine Auszeit oder eine Kündigung in der Vita hat, sollte die auf keinen Fall vertuschen. Einerseits kommt dies spätestens im Vorstellungsgespräch auf den Tisch. Andererseits zeugen solche Lebensläufe von Flexibilität und Bewegung. Also nichts, wofür sich ein Bewerber „schämen“ müsste.

Vielmehr sollten Bewerber überlegen, wie sie das zu ihrem Vorteil nutzen können: Wer eine Weltreise gemacht hat, hat kulturell viel erlebt und kann sich in der Regel gut integrieren. Wer aufgrund der Elternzeit länger pausiert hat, ist meist gut organisiert und teamfähig. Eine längere Arbeitslosigkeit kann mit der Bereitschaft, sich fehlendes Wissen anzueignen, wettgemacht werden.

Netzwerke sind nicht zu überschätzen

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor sind Netzwerke – und nicht erst zur Jobsuche. Denn immer mehr Neubesetzungen finden über persönliche Kontakte bzw. Netzwerke statt. Deshalb sollten Karriereplattformen wie LinkedIn oder Xing nicht nur grundsätzlich genutzt, sondern auch stets aktualisiert und gepflegt werden.

Gerne wird auch vergessen, dass Personaler im Internet auf Recherchetour gehen. Daher sollten auch Social Media-Kanäle entsprechend Informationen geben. Das heißt nicht, dass Urlaubsfotos generell tabu sind. Fotos von einer Sauftour am Ballermann hingegen werfen nicht das beste Licht auf den Bewerber.

Zu guter Letzt sollte wirklich jede Bewerbung sorgfältig erstellt werden: Das heißt, Bewerber sollten vorher zum Fotografen gehen, statt ein Urlaubsfoto o.ä. zu verwenden. Ferner ist es ratsam, erstellte Unterlagen einen Tag liegen zu lassen, um sie am nächsten Tag mit ein wenig Abstand noch einmal konzentriert lesen zu können. Auch sollten Bewerber nicht vergessen, Links auf ihre Funktion zu überprüfen bzw. Papier sorgfältig auszusuchen sowie die korrekte Schreibweise der Ansprechpartner zu checken. Und auf keinen Fall sollten Bewerber Fähigkeiten wie hervorragende Fremdsprachenkenntnisse angeben, wenn diese nicht vorhanden sind. Spätestens im Vorstellungsgespräch testen Unternehmen Bewerber auf Herz und Nieren.