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Was treibt Unternehmer an?

Was treibt Unternehmer an?
Menschen mit Unternehmergeist wollen Probleme lösen, das Leben komfortabler machen oder auch die Welt verändern.

Wer ein Unternehmen gründet, verlässt für seine Komfortzone. Hat den einen oder anderen Rückschlag zu verbuchen. Und bleibt dennoch am Ball. Was Unternehmer antreibt, weiß der Motivationstrainer Michael Altenhofer.

Wind kann man weder sehen noch anfassen, sondern nur spüren – auch wenn sich die Windräder noch so schnell drehen und Energie produzieren. Und die wenigsten wissen, woher er kommt und wie er entsteht.

Ähnlich geht es oft Menschen, die ein Unternehmen gründen. Dem Entschluss geht ein Gefühl voraus, das einmal stärker, einmal schwächer vorhanden ist. Die Richtung ist meistens gleich, die Gedanken beginnen sich zu drehen und produzieren kreative und klare Ideen. Bis genug Energie vorhanden ist, um sie in konkrete Schritte umzusetzen.

Die Energie speist sich dabei aus dem Willen und dem Selbstvertrauen, etwas verändern zu können. Und dem Mut, es ungeachtet der Möglichkeit zu scheitern, trotzdem zu versuchen. Manchmal dreht sich der Wind und es werden andere Gedanken produziert: Ängste, Sorgen und Zweifel. Dann kann der Wind ganz schön rau sein.

Aufregend: Das Verlassen der Komfortzone

Dabei wäre es doch viel bequemer in seiner Komfortzone zu bleiben. Gewohnte Abläufe, ein fixes Gehalt, einigermaßen abgesicherte Verhältnisse und die Möglichkeit, den Job jeden Tag beim Verlassen der Firma aus den Gedanken zu verbannen.

Menschen mit Unternehmergeist schätzen diesen Lebensstil aber ganz und gar nicht. Sie empfinden ihn als einschränkend und langweilig. Sie erkennen ihr Potenzial und möchten es nicht ungenutzt lassen. Sie haben ein Feld entdeckt, wo ihre Ideen gefragt sind. Sie wollen Probleme lösen, das Leben komfortabler machen – oder auch die Welt verändern. Dass die möglichen finanziellen Einkünfte nach oben hin offen sind, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Aber nur selten ist das alleine der Grund, sich selbstständig zu machen. Denn gerade am Anfang ist oft das Gegenteil der Fall; man muss über längere Zeiträume mit sehr wenig Geld auskommen – und trotzdem beharrlich an seinem Werk weiterfeilen.

Umgang mit Misserfolg

Wenn Sie ein Unternehmen gegründet haben, haben Sie vielleicht auch schon den einen oder anderen Rückschlag erlebt. Hilfreich ist dabei die Erkenntnis, dass diese Situation nur ein Zwischenergebnis ist.

Im Fußball ist allgemein bekannt, dass sich ein Spielstand relativ schnell ändern kann. Ein Spiel dauert mindestens neunzig Minuten, erst danach steht das Endergebnis fest. Was hier einleuchtend ist, wird im Job manchmal ignoriert. Nehmen wir an, Sie sind gerade dabei eine Geschäftsidee umzusetzen und scheitern an diversen Gründen. Vielleicht haben Sie die Marktsituation falsch eingeschätzt, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung war doch noch nicht ausgereift oder Sie haben falsch kalkuliert. Viele betrachten sich dann als gescheitert und legen ihre Idee ad acta.

Ich lade Sie zu einem kleinen Gedankenexperiment ein: Nehmen wir an, das Leben besteht aus verschiedenen Spielen. Unter anderem aus dem Spiel „berufliche Selbstverwirklichung“. Die Spieldauer liegt in Ihrem Ermessen. Nun sind Sie mit der Situation konfrontiert, dass die Idee für Ihre berufliche Selbstverwirklichung nicht gefruchtet hat. Trotzdem haben Sie es in der Hand, die Spieldauer unbegrenzt zu verlängern! Es ist nur ein Gedanke, aber er verändert die Konsequenzen radikal. Denn solange das Spiel am Laufen ist, gibt es keine Endergebnisse mehr, sondern nur noch Zwischenergebnisse. Niemand kann abpfeifen, außer Sie selbst. Aber das tun Sie natürlich nicht, da Sie ja im Spiel bleiben möchten.

In natürliches Wachstum vertrauen

Wer einen Rückschlag als Zwischenergebnis betrachtet, bleibt länger am Ball. Das Endergebnis ist das Ziel, das Sie mit Ihrer Idee erreichen wollen. Bis dahin gibt es nur Zwischenstände. Mal erfreuliche, mal weniger erfreuliche. Sollten Sie sich einmal als gescheitert betrachten, vergessen Sie das gleich wieder und entscheiden Sie sich für einen neuen Versuch. Das Endergebnis ist somit wieder offen. Willkommen zurück im Spiel!

Natürlich braucht es für jeden Fortschritt ein nötiges Maß an Geduld. Das ist nicht unbedingt die Stärke vieler Menschen, die ein Unternehmen gründen. Aber das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. So manches Pflänzchen haben Sie vielleicht schon ausgerissen, weil Sie wollten, dass es schneller wächst. Wie groß könnte es heute bereits sein? Kundenbeziehungen, Teamgefühl und verschiedene Projekte, bei denen Sie vorwärts kommen möchten, können sich dauerhafter und stabiler entwickeln, wenn Sie dem Ganzen Zeit geben. Wer hoch hinaus will, muss gut verwurzelt sein. Und eine tiefe Verwurzelung entsteht nicht, wenn Sie permanent an dieser Pflanze ziehen.

Ein typischer Verhinderer eines natürlichen Wachstumsprozesses ist mangelndes Vertrauen. Zu wenig Vertrauen in das, was man tut, löst das Gefühl aus, immer mehr tun zu müssen. Vertrauen Sie darauf, dass die Pflanze wächst, auch wenn Sie es mit bloßem Auge noch nicht sehen. Etwas unbedingt haben zu wollen, ist einerseits ein tolles Gefühl, das Kraft und Energie gibt. Andererseits kann genau das zu unüberlegten Schnellschüssen führen. Bei welcher Pflanze auch immer Sie bleiben wollen: Tun Sie jeden Tag etwas für sie. Nur nicht daran ziehen.

Falls Sie ans Aufgeben denken, erinnern Sie sich daran, warum Sie angefangen haben. Das ist auch der Grund, warum Sie weitermachen.

 

Was Unternehmer antreibt, weiß der Motivationstrainer Michael Altenhofer.

 

Michael Altenhofer erreicht als Kolumnist („Krone bunt“) jeden Sonntag ein Millionenpublikum. Neben seiner schreibenden Tätigkeit ist der Experte für mehr Performance im beruflichen Alltag als Motivationsredner tätig. Es ist ihm ein Anliegen, bei seinem Publikum mehr Mut, Zufriedenheit und Selbstvertrauen zu erreichen. Im Goldegg Verlag ist gerade sein neuestes Buch Auf den Punkt. 52 Impulse zum Glücklichsein erschienen.