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Was haben Pioniere mit New Work zu tun?

Was haben Pioniere mit New Work zu tun?
Menschen, die sich in den neuen Arbeitswelten zurechtfinden wollen, brauchen Pioniergeist.

Qualifikationen für die Zukunft. Gibt es da spezielle? Und wie können wir sie lernen? Hier ein paar Ideen…

Vor kurzem war ich auf der sehr interessanten Konferenz NewWorkFuture in Hamburg. Dort sprach unter anderem Alexander Maria Faßbender über Astronauten und Weltraumtourismus. Und dass der Pioniergeist eine der wichtigen Eigenschaften sei, die die dort mitfliegenden Menschen auszeichnen würde, es früher viel mehr Pioniere gab und dass wir wieder mehr davon bräuchten, so der Space Coach. Was meinte er damit?

Welche Eigenschaften werden zukünftig wichtig?

Mir drängte sich gleich der Vergleich auf, dass auch Menschen, die sich in den neuen Arbeitswelten zurechtfinden wollen, eben diesen Pioniergeist brauchen können. Der Duden definiert Pioniergeist als: „der Wille, Wegbereiter einer neuen Entwicklung zu sein“.

Was zeichnet Pioniere also aus? Mut und Neugier auf jeden Fall. Und sonst? Beharrlichkeit, also Durchhaltevermögen. Und Flexibilität – denn Dinge werden oft nicht so, wie man sie plant. Dann braucht man Ideen, also Kreativität.

Alles Eigenschaften, die in einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt auch hilfreich sein werden. Besonders wenn man selbstständig ist. Und wie ich schon in der Folge Neue Berufe braucht das Land beschrieb, wird die Zahl der Selbstständigen wahrscheinlich steigen. Auch wenn Frau Nahles gerade alles tut, um das zu verhindern.

„Man sieht sich immer zweimal im Leben“

Doch auch von Angestellten erwartet man immer mehr einen gewissen unternehmerischen Geist. Ein Mitdenken am Arbeitsplatz in unternehmerischem Sinne. Und nicht nur in Form von Effektivität und Rentabilität, sondern eben auch in Sachen Zukunftsorientierung und Offenheit und Flexibilität. Wo dieser Geist herkommen soll? Darauf gehe ich gleich ein.


In ihrer Kolumne We can work it out! setzt sich Nicole Willnow
mit den Entwicklungen der Arbeitswelt auseinander.


Mehr Flexibilität bedeutet wahrscheinlich weniger Treue zu einem Arbeitgeber. 30jährige Unternehmenszugehörigkeiten werden immer seltener. Trotzdem ist Loyalität mit dem Arbeitgeber oder dem Auftraggeber weiter gefragt. Solange man da ist, sollte man zu dem stehen, was man tut und wo man es tut. Sonst lieber gehen. Der Spruch „man sieht sich immer zweimal im Leben“ gilt heute mehr denn je.

Mir noch wichtig ist natürlich Resilienz. Aber dazu später mal mehr, denn damit beschäftige ich mich normalerweise an anderer Stelle ausführlich. Nur soviel: Wie gut man mit Stress und Krisen umgeht, versuchen schon heute Recruiter aus Bewerbungen herauszulesen.

Wie lernen wir das nötige Rüstzeug

Fachliches Wissen ist heute leichter zu erlernen als jemals zuvor. Dank der Digitalisierung verfügen wir durch das Internet über fast unendliche Quellen, die wir anzapfen können. Sich die oben genannten Soft Skills anzueignen, ist allerdings etwas schwieriger. Denn dafür braucht es außer Theorie auch Übung. Gute Nachricht also: die Qualifikationen für die Zukunft kann man lernen, wenn man will und die Möglichkeiten bekommt. Vorausgesetzt, Geld, Infrastruktur und etwas Zeit sind vorhanden. Letztere muss jeder selbst investieren, Geld und Infrastruktur dürfen gerne von Unternehmen und vom Staat kommen.

Wie letzte Woche schon gesagt, bleibt Bildung aller Art unsere wichtigste Zukunfts- ach was, Gegenwartsaufgabe. Es geht aber nicht nur um Schul- und Berufsausbildung. Es geht auch um lebenslanges Lernen, das jeder individuell betreiben muss. Ja, muss. Ein „sollte“ ist in der Zukunft nicht mehr ausreichend. Und es geht nicht zuletzt auch um Herzensbildung. Also um das Vermitteln und Verinnerlichen von ethischen Werten.

Womit wir beim Thema „Haltung“ wären. Da hapert es scheinbar am meisten. Ohne passende Vorbilder ist es vielleicht aber schwer, diese zu entwickeln. Wo sind die Pioniere, die uns positiv beeinflussen? Ein einzelner Elon Musk macht noch keinen Sommer. Und weder Popstars, noch Fußballstars, noch die meisten Youtuber haben etwas wirklich Pionierhaftes in ihrer DNA. Wer kann die eher sicherheitsbewusste Gen Y und Z für die neuen Formen der Arbeit begeistern? Wir brauchen wohl noch einiges an Toleranz und Gelassenheit, um gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Aber lasst uns jetzt damit anfangen. Let’s work it out!

Eure Nicole Willnow