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Trotz komplexer Auswahlverfahren Fehlbesetzungen vermeiden

Trotz komplexer Auswahlverfahren Fehlbesetzungen vermeiden
Ein Grund für Fehlbesetzungen ist das Tappen in die Ähnlichkeitsfalle.

Immer wieder kommt es trotz komplexer Auswahlverfahren zu Fehlbesetzungen. In der Regel hat die Geschäftsleitung hier eine maßgebliche Rolle.

Trifft die Geschäftsführung Entscheidungen, haben diese in der Regel weit reichende Auswirkungen im gesamten Unternehmen. Das gilt vor allem auch für die Besetzung von Positionen. Was aber können Führungskräfte konkret tun, um Fehlbesetzungen zu verhindern? Der Personalberater Roland May zeigt in seinem Ratgeber Die Menschenerkenner fünf Tipps, wie Fehlbesetzungen zu vermeiden sind.

Zunächst sollten Führungskräfte im Bewerbungsgespräch nicht der Ähnlichkeitsfalle verfallen. Das heißt, Kandidaten sollten grundsätzlich im Kontext mit den Aufgaben beurteilt werden. Leider ist die Ähnlichkeitsfalle allgegenwärtig, denn oft reproduzieren sich Systeme aus sich selbst. Bei sensiblen Stellenbesetzungen sollte ein Management sich nicht alleine von dem Bauchgefühl oder der Intuitionen leiten lassen. Zwar wird dann das Kompendium aus Erfahrungen, Wissen, emotionaler Stimmung und Implikationen genutzt. Die Praxis zeigt, dass dieser Kompass sehr häufig in die Irre führt. Auch erliegen Führungskräfte bei der Personalauswahl häufig der Illusion, ein dominant extravertierter Bewerber ist prinzipiell der geeignete Kandidat für eine Führungsposition. Das schon deshalb, weil er sowohl verbal als auch durch seine Beziehungsausrichtung beeindruckt. Das ist aber leider eine Fehleinschätzung. Daher sollten Führungskräfte mehr auf den Kontext achten, in dem der Kandidat in einer definierten Rolle mit definierter Verantwortung agieren wird.

Einstellungstests und Assessment Center geben nur zum Teil valide Aussagen

Ein klassischer Fehler ist, fachliche Koryphäen automatisch zu Führungskräften zu machen. Besser ist, diese Personen nach den gleichen Kriterien zu beurteilen wie externe Anwärter. Denn auch wenn fachliche Koryphäen erheblich zum Unternehmenserfolg beitragen, haben sie nicht zwangsläufig das Know-how für Führungspositionen. Zu guter Letzt muss beachtet werden, dass Einstellungstests und Assessment Center nur zum Teil valide Aussagen geben. Denn Geübte und in Testverfahren erfahrene Kandidaten schneiden oft besser ab als die Ungeübten und Unerfahrenen.