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Stress? Da muss jeder selbst für sich sorgen!

Stress? Da muss jeder selbst für sich sorgen!
Stress entsteht nur, wenn wir uns mit einer Herausforderung verbunden fühlen. Wenn wir handeln möchten, um ein Ziel zu erreichen.

Stress ist individuell. Das stimmt! Denn jeder Mensch reagiert anders auf Anforderungen. Wie wir unseren Stress in den Griff kriegen, weiß Bestseller-Autorin Carola Kleinschmidt.

Der eine ist gestresst, wenn morgens das Kind blockiert, obwohl man flott los will. Der andere verliert die Nerven, wenn er einen Fehler in seiner Berechnung entdeckt. Der nächste kommt ins Schwitzen, wenn der Chef noch eine Extraaufgabe vorlegt – und das um kurz vor 18 Uhr. Und wieder andere fühlen sich gar nicht gestresst, aber irgendwann sagt ihnen ihr Arzt: Ihre Blutwerte sind miserabel und Ihr Blutdruck hängt unter der Decke. Sie sind offensichtlich gestresst.

Was ist das also mit dem Stress? Erst einmal beschreibt Stress schlicht die Reaktion des Körpers und Geistes auf Anforderungen. Wenn wir uns einer Aufgabe gegenüber sehen, die wir wichtig finden und bewältigen möchten, aktivieren sich Körper und Geist. Wir versetzen uns in einen höheren Aktionslevel, damit wir die Anforderung fokussiert und kraftvoll bewältigen können. Wäre das nicht der Fall, würden wir gar nicht loslegen. Couch-Potatoe forever.

Zu der Aktivierung kommt die Angst

Stress entsteht also nur, wenn wir uns mit einer Herausforderung verbunden fühlen. Wenn wir handeln möchten, um ein Ziel zu erreichen. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Immer, wenn wir nicht wissen, was wir tun können, um mit der Situation zurechtzukommen, geraten wir in eine eher ungünstige Stress-Situation. Denn zu der Aktivierung von Körper und Geist kommt die Angst, es nicht zu schaffen.

Dabei ist es natürlich individuell sehr verschieden, welche Anforderungen wir leicht bewältigen und welche uns vor schier unüberwindbare Hindernisse stellen.

Ein Beispiel: Ein Mann, 30 Jahre, ausgebildeter Konditor, muss einen Businessplan schreiben, sonst bewilligt ihm die Bank kein Geld für seine Geschäftsidee. Leider sind Zahlen überhaupt nicht sein Ding. Er bekommt Stress – oder hat die geniale Idee, jemanden um Hilfe zu bitten.

Ein anderer Mann, ebenfalls 30, ausgebildeter BWLer, muss ebenfalls einen Businessplan schreiben – und macht es einfach. Denn er hat BWL studiert und sich im Schwerpunkt mit Firmengründung beschäftigt. Die Aufgabe ist ein Heimspiel für ihn.

Wichtiges erzeugt Stress

Vielleicht würde der BWLer jedoch Stress kriegen, wenn er plötzlich vor der Aufgabe steht, seine Hochzeitstorte selbst backen zu müssen, weil die zukünftige Schwiegermutter seine häuslichen Qualitäten prüfen möchte, bevor sie ihre Tochter hergibt. Torte backen würde den Konditor vermutlich nicht stressen.

So ist es mit allem. Wenn wir uns einer Anforderung, die wir relevant und wichtig finden, gewachsen fühlen, erledigen wir die Sache einfach. Sehr oft empfinden wir sogar eine beflügelnde Energie dabei. Aber, wenn wir uns nicht sicher sind, ob wir es schaffen werden und zugleich die Aufgabe wirklich wichtig finden, kriegen wir die Sorte von Stress, die auf Dauer krank machen kann.

Was heißt das für unseren Alltag im Job? Checken Sie stets, ob Ihnen eine Aufgabe wirklich wichtig ist, bevor Sie sich dran machen. Und wenn Sie entscheiden: Ja, das will oder muss ich wirklich tun, dann checken Sie Ihre Handlungsmöglichkeiten. Haben Sie genug Wissen, um die Aufgabe zu bewältigen? Falls nicht: Wo können Sie das Wissen abfragen? Haben Sie Freiheitsgrade, um die Aufgabe so zu bewältigen, wie es Ihnen entspricht? Oder auch, um auf Änderungen im Zeitablauf etc. zu reagieren? Können Sie bei Bedarf auf die Unterstützung von Kollegen, Ihrem Chef oder anderen zurückgreifen?

Faustregel für gesunde Führung

Wer für diese Fragen gute Antworten hat, senkt seinen Stresslevel automatisch. Und erhöht nebenbei die Wahrscheinlichkeit, dass er seinen Job relativ gelassen und gut erledigt.

Für Führungskräfte ergibt sich daraus eine interessante Faustregel für gesunde Führung: Um gesund zu führen, müssen Sie kein Therapeut sein. Machen Sie es sich einfach zur Angewohnheit in Zielgesprächen oder Projektbesprechungen mit Ihren Mitarbeitern gemeinsam zu klären, was genau passiert sein müsste, damit man sagt: Die Aufgabe ist gut erledigt. Zeigen Sie Handlungsspielräume auf und sorgen Sie für Unterstützung im Notfall. Fragen Sie Ihren Mitarbeiter: Was kann ich tun, damit Sie Ihre Arbeit gut machen können?

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund!

Ihre Carola Kleinschmidt

 

 

Ab 27. Juni 2016

Burnout - und dann von Carola Kleinschmidt

 

Burnout – und dann?
Wie das Leben nach der Krise weitergeht
von Carola Kleinschmidt
Kösel Verlag (1. Auflage, Juni 2016)
ca. 17,99 Euro
ISBN 978-3-466-34636-3