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Sie wollen weniger Stress? Fangen Sie an. Jetzt.

Sie wollen weniger Stress? Fangen Sie an. Jetzt.
Obwohl Stress als Top-Thema die Magazine bespielt und die Deutschen sich jedes Jahr zu Silvester vor allem „weniger Stress“ wünschen, ändert sich fast nichts.

Jeder ist mal mehr, mal weniger im Stress. Wer zur Kategorie „eher mehr“ zählt, wünscht sich in der Regel weniger Stress. Aber wie? Anregungen zur Umsetzung liefert die Bestseller-Autorin Carola Kleinschmidt.

Es ist ja nicht so, dass man sich noch nie darüber Gedanken gemacht hätte, wie man den Stress in seinem Leben reduziert. Eigentlich reden wir sogar ständig darüber. Auf der Arbeit, zu Hause. Sogar als Smalltalk-Thema eignet sich Stress: „Wie geht’s?“ – „Ach! Im Stress, wie immer!“

Doch obwohl Stress als Top-Thema die Magazine bespielt und die Deutschen sich jedes Jahr zu Silvester vor allem „weniger Stress“ wünschen, ändert sich fast nichts. Und leicht denkt man: Das ist einfach zu schwierig. Da kann man eben nichts machen.

Aber stimmt das? Ich zeige Ihnen drei übliche Floskeln, die dazu führen, dass immer alles beim Alten bleibt – aber auch Anregungen, damit Sie in Ihrem Leben wirklich etwas verändern können!

FLOSKEL: Vieles, was ich tue, mache ich ja gerne. Und es heißt doch immer, positiver Stress tut gut. Klar nervt es mich, dass ich immer renne. Aber das ist doch nicht der Stress von dem alle reden, oder?

Wie so häufig kann man auch beim Stress sagen: Die Dosis macht das Gift. Es stimmt durchaus, dass Herausforderungen, Abenteuer oder ein Projekt alles von uns fordern. Oder der Plan, ein eigenes Haus für die Familie zu bauen, in euphorische Stimmung versetzt – auch, wenn es stressig wird. Ungesund wird es nur, wenn wir vom Modus „Gas geben“ gar nicht mehr auf „Parken“ umschalten können. Dann geraten wir in Dauerstress. Und der nagt an Laune, Kraft und Gesundheit.

WAS TUN? Achten Sie auf Warnsignale!
Immer wieder haben mir Manager davon erzählt, wie gerne und wie gut sie ihren Job gemacht haben. Die Erschöpfung schlich sich völlig unbemerkt in ihr Leben. Doch eines Tages fühlte sich ihr Alltag komplett kraft- und sinnlos an.

Es lohnt also, auf erste Warnsignale zu achten. Zum Beispiel, wenn der Schlaf schlechter wird. Oder auch, wenn Freunde und Familie sagen: Du bist ja immer beschäftigt! Und wenn man dich trifft, dann redest Du von der Arbeit oder checkst ständig zwischendurch die Mails …

Dieses Nicht-Abschalten-Können ist ein klares Zeichen dafür, dass man in der Daueranspannung festhängt. Auch, wenn man das für sich selbst nicht als „Stress“ bezeichnet. Legen Sie mal ein wenig Ehrgeiz auf die andere Seite der Leistungskraft und fragen Sie sich: Wann schalte ich ab? Wie regeneriere ich mich? Gibt es überhaupt Zeiten der Reflexion in meinem Leben? Der fleißige Erfolgs-Autor John Steinbeck hatte völlig recht, als er bemerkte: „Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.“

FLOSKEL: Alle in meinem Umfeld leiden am Stress. Keiner verändert was. Das heißt doch, dass es wirklich elend schwer ist …

Wenn wir uns mit anderen über unsere Stress-Belastung austauschen, sind wir schnell bei den großen Themen: Wenn die Umstrukturierung nicht wäre … Wenn die Chefs besser wären … Wenn wir mehr Leute hätten …

Allerdings reden wir dann meist über Faktoren, die wir selbst nicht verändern können. Und zack sitzt man in der Ohnmachtsfalle. Die Lösungsideen erscheinen utopisch, man hakt die persönliche Stressprävention sofort wieder ab und rennt einfach weiter.

WAS TUN? Trauen Sie sich auf eigene Wege
Besser: Wenn der Stress in Ihrem Leben Sie nervt, fangen Sie mit der Veränderung lieber bei den Stress-Situationen an, die Sie selbst verändern können. Sie können zur Orientierung eine Liste mit allen Situationen machen, die Sie stressen. Da werden dann Dinge stehen, die Sie nur schwer oder gar nicht beeinflussen können.

Da werden aber auch viele Dinge stehen, die Sie selbst in der Hand haben. Zum Beispiel der Wunsch nach einer wirklich erholsamen Mittagspause ohne stressiges Kollegen-Bashing. Suchen Sie sich also Kollegen oder Kolleginnen, die ähnlich denken und machen sie gemeinsam Pause. Arbeiten Sie sich auf Ihrer Liste dann langsam nach vorne. Übung macht den Meister. Es kann gut sein, dass Sie auf Ihrem Weg wie durch Magie immer mehr Gleichgesinnte treffen, die Sie stärken.

FLOSKEL: Alle in meinem Umfeld erzählen von ihrem stressigen Leben. Eigentlich geht es gar nicht, dass man sagt: Ich mache mir keinen Stress mehr.

Wir Menschen agieren am liebsten so, dass wir uns mit einer Gruppe verbunden fühlen. Und der überbordende Terminkalender, das gehetzte Lebensgefühl und die ständige Tätigkeit auf dem Weg zum perfekten Leben gehören inzwischen zur Etikette unserer Gesellschaft. „Ich hab Stress – ich gehöre dazu“, könnte man fast sagen. Auch deshalb reden wir so gerne über unsere Belastungen. Man möchte schließlich nicht faul erscheinen, so aussehen, als hätte man nichts zu tun oder würde sich nicht dafür interessieren, das Beste aus sich zu machen.

Sich einfach nicht mehr hetzen zu lassen oder pünktlich in den Feierabend zu gehen, hat den Sex Appeal von eingeschlafenen Füßen. Sich über Stress zu unterhalten, verbindet. Fast alle können dazu etwas sagen. Stress ist das neue Wetter im Smalltalk. Und man merkt gar nicht, wie man damit immer wieder die Never-Stay-Still-Mentalität im eigenen Gehirn festzementiert.

WAS TUN? Lassen Sie den Smalltalk über Stress
Hören Sie auf, in Arien wie „Ja, viel zu tun. Fürchterlich!“ oder „Wie es geht? Stress halt.“ einzusteigen. Überlegen Sie sich lieber, worüber Sie sonst noch gerne reden würden. Was interessiert Sie am anderen. Das hübsche Kleid? Der Bezug zum Gastgeber? Steigen Sie einfach aus.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund!

Ihre Carola Kleinschmidt

 

Ab 27. Juni 2016

Burnout - und dann von Carola Kleinschmidt

 

Burnout – und dann?
Wie das Leben nach der Krise weitergeht
von Carola Kleinschmidt
Kösel Verlag (1. Auflage, Juni 2016)
ca. 17,99 Euro
ISBN 978-3-466-34636-3