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Multitasking schrumpft das Hirn

Multitasking schrumpft das Hirn
Wer mehrere Dinge gleichzeitig macht, schafft am Ende weniger.

Jeder von uns tut es täglich und Frauen sollen dazu angeblich fähiger sein als Männer: Multitasking. Doch ist es wirklich gut, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen oder zu beobachten?

Die amerikanische Managementberaterin Devora Zack sagt ganz klar Nein und bietet in ihrem neuen Ratgeber Die Multitasking Falle ein Heilmittel an, das Singletasking, wie sie es nennt.

Das Prinzip ist einfach: Wir beschäftigen uns nur mit einer Sache zu selben Zeit und schaffen mehr, solange wir uns immer nur auf eine Sache konzentrieren, ist Zack überzeugt. Und geht noch weiter und mahnt, dass wir durch ständiges Multitasking unsere Fähigkeit zur Konzentration verlieren, weil unser Gehirn schrumpft. Dabei stützt sie ihre These auf wissenschaftliche Untersuchungen und interdisziplinäre Studien. So wollen Forscher der Harvard University herausgefunden haben, dass die Produktivität von Beschäftigen sich erhöht, wenn sie ihren Fokus nur selten wechseln.

Das Buch erklärt in drei Teilen, wie Singletasking die Arbeits- und Lebenswelt bereichert. Die Vorstellung auf Multitasking zu verzichten ist schwer, denn es ist ein fester Bestandteil unserer Zeit. Wer Multitasking betreibt, gilt als effizient und kompetent. Im ersten Teil befreit uns die Autorin vom Mythos des Multitasking. Sie erklärt, dass die Geschirrspülmaschine ausräumen und gleichzeitig Musik hören kein Multitasking ist und stellt Singletasking als Gegenmittel zu unserer hektischen Welt vor. Ein Test zur Selbsteinschätzung zeigt, wo man steht.

Bewusst das eigene Leben gestalten

Im zweiten Teil gibt Zack dem Leser Werkzeuge an die Hand, mit deren Hilfe jeder wieder lernen kann, was wichtig ist um dann seine Aufmerksamkeit darauf zu richten. Hier geht es der Autorin um die bewusste Gestaltung des eigenen Lebens. Das heißt, die Tagesordnung selbst zu bestimmen, äußeren Reizen zu widerstehen und sich in eine Tätigkeit zu vertiefen. So werden die Kreativität erhöht und bessere Arbeitsergebnisse erzielt, die zu Zufriedenheit und Zuversicht führen. Sollte doch ein Gedanke an ein anderes Projekt auftauchen empfiehlt Zack, diesen Gedanken zu parken. Eine Notiz auf einem Zettel oder während einer Besprechung auf einem Flipchart erinnert später daran. Alle Ideen und Vorschläge für erfolgreiches Singletasking sind mit Beispielen aus der praktischen Arbeit der Autorin oder fiktiven Personen beschrieben. Und eines macht das Buch ganz klar: Von jetzt auf gleich kann man Singletasking nicht lernen. Man muss sich für eine Methode entscheiden und üben, üben, üben.

Im abschließenden dritten Teil wird Singletasking mit abschreckenden Beispielen untermauert. Ein Workaholic wird im Jahr 1982 als ein Mensch beschrieben, der regelmäßig Arbeit mit nach Hause nimmt, immer das Telefon abnimmt und Schwierigkeiten hat, Urlaub zu nehmen. Alles Dinge, die heutzutage im Arbeitsleben eigentlich schon üblich sind. Der Leser wird aufgefordert, sein Leben neu zu starten, mehr offline zu machen, Pausen einzuplanen und Singletasking auch im Privatleben anzuwenden. Das gesamte Leben, so ist sich Devorah Zack sicher, wird dann insgesamt ruhiger und zufriedener. Am Ende ihres Buch fasst sie es ganz treffend zusammen: „Singeltasking spart Zeit, erhöht die Effizienz und verbessert unsere Beziehungen.“

 

Die Multitaskingfalle

Die Multitasking-Falle
Warum wir nicht alles gleichzeitig können
von Devora Zack
Gabal Verlag (1. Auflage, September 2015)
24,90 Euro
ISBN 978-3-86936-663-0