» » Managementziel: Musterbrecher

Managementziel: Musterbrecher

Managementziel: Musterbrecher
Musterbrecher haben den Mut, klassische Führungswege zu verlassen, um neues ausprobieren zu können.

Ein Musterbrecher handelt einfach, meist bescheiden und ohne sein sinnvolles Andersmachen zu inszenieren. Er ist zwar selten, dennoch aber in vielen Ecken der deutschsprachigen Unternehmenslandschaft zu finden.

„Manche Organisationen sind so anders, dass es sie im Grunde gar nicht geben dürfte. Denn sie widersprechen so ziemlich allem, was in den Management-Lehrbüchern steht. Aber vielleicht sind sie genau deshalb so erfolgreich und spielen ganz vorne mit. Sie sparen sich auch nicht zu Tode, sondern sind hochgradig verschwenderisch, immer dann, wenn es um Menschen geht. Sie machen auch keine Projekte, sondern sie machen Experimente. Und sie schenken ihren Mitarbeitenden Vertrauen, in einem Ausmaß, was fast schon naiv ist“, so Managementberater Stefan Kaduk in Musterbrecher. Der Film.

Musterbrecher sind Führungskräfte, die klug Führungsmuster brechen. Wie das funktioniert, zeigen die Autoren Dirk Osmetz, Stefan Kaduk und Hans A. Wüthrich anhand von neun Unternehmen. Herausgekommen ist eine Dokumentation, die mutige Führungskräfte und Mitarbeiter zeigt. Die aufzeigt, dass es eben nicht die zehn goldenen Regeln der Führung gibt. Die inspiriert und Mut macht, eingefahrene Muster zu verlassen, um neue Wege ausprobieren zu können.

Auf Vertrauen und Eigenverantwortung setzen

Als Andreas Glemser, Vorstandsvorsitzender von Cocomin, 2004 und 2014 für mehrere Monate ausstieg, auf Reisen ging und für seine Mitarbeiter nicht erreichbar war, brachte dieser Führungsverzicht das Unternehmen nicht ins Straucheln. Ganz im Gegenteil, dieser Schritt stellte vielmehr die Weichen für eine Expansion. Die Folge: Cocomin ist heute ökonomisch doppelt so erfolgreich als vorher. Für Glemser plausibel, denn für ihn ist immer der Unternehmer der Flaschenhals. Wer das verstanden hat und seine Führung auf eine bereitere Basis stellt, so dass auch andere mitentscheiden, fördert sein Wachstum.

Wer wie Glemser auf Prinzipien wie Vertrauen und Eigenverantwortung setzen möchte, muss den Schritt einfach gehen. Denn es lässt sich nicht im Vorfeld theoretisch entscheiden, wie die Mitarbeiter auf gewährtes Vertrauen reagieren. „Misstrauen ist in Unternehmen allgegenwärtig. Ständig wird kontrolliert, gemessen, bevormundet, entmündigt. Manchmal subtil, manchmal aber auch systematisch. Unsere Forschung zeigt aber, dass dieses negative Menschenbild überhaupt nicht gerechtfertigt ist“, so Hans A. Wüthrich, Professor für Internationales Management, in Musterbrecher. Der Film.

Was können Unternehmen tun?

„In vielen Organisationen wird noch immer davon ausgegangen, dass die Menschen sich vor ihrer Arbeit drücken wollen“, so der Organisations- und Führungsforscher Dirk Osmetz. Was aber können Unternehmen tun? Sie können zum Beispiel die Kosten des Misstrauens erfassen und durch Experimente die Selbstorganisationsfähigkeit ihrer Mitarbeiter erkennen.



Sie können aber auch auf direkte und spontane Kommunikation setzen, so wie es das Unternehmen W. L. Gore & Associates macht. Dazu müssen sich Mitarbeiter jedoch kennen. Und um sich zu kennen, dürfen die Betriebseinheiten nicht zu groß werden. Bei Gore heißt das, dass das Unternehmen sich fünf parallel arbeitende Werke am Standort Putzbrunn bei München „gönnt“. Was aus betriebswirtschaftlicher Sicht absurd anmutet, ist aus Sicht des Unternehmens einer der Erfolgsfaktoren.

Gemein haben alle in „Musterbrecher. Der Film“ gezeigten Führungskräfte den Mut, klassische Führungswege zu verlassen um neues ausprobieren zu können. Jede Führungskraft sollte ein Musterbrecher sein!

 

Der Dokumentarfilm zeigt Menschen, die in Firmen und anderen Organisationen so ganz anders führen und zusammenarbeiten als üblich.

 

Musterbrecher. Der Film
Dirk Osmetz, Stefan Kaduk, Hans A. Wüthrich
DVD zum Buch „Musterbrecher. Die Kunst, das Spiel zu drehen“
90 Min. + Bonusmaterial (Februar 2016)
24,95 Euro
Artikel-Nr.: 4260339170010