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Kreativ ist jeder

Kreativ ist jeder
Jeder kann seinen eigenen Kreativcode entschlüsseln.

Kreativität ist keine angeborene Fähigkeit. Jeder trägt sie in sich, nur pflegen wir sie nicht, sondern lassen sie im Laufe der Zeit verkümmern. Wie wir das ändern können, zeigt ein neuer Ratgeber.

Unsere dynamische Welt zwingt uns, immer wieder neue Pfade zu gehen und Probleme mit neuen Ideen zu lösen. „Wir sind in einer Welt zuhause, in der wir für uns selbst Kreativität entwickeln müssen. Nur so können wir den neuen Herausforderungen, die täglich auf uns warten, etwas entgegensetzen“, so Sascha Friesike, Professor für Betriebswirtschaftslehre, und Oliver Gassmann, Professor für Technologie- und Innovationsmanagement, in ihrem Ratgeber Kreativcode.

Dafür haben die beiden Autoren einen Kreativcode entwickelt. Denn Kreativität ist ihrer Meinung nach keine angeborene Fähigkeit, die nur wenige besitzen. Vielmehr tragen wir alle diese Fähigkeit in uns, pflegen sie nur nicht, so dass sie im Laufe der Zeit verkümmert.

Friesike und Gassmann zeigen, wie jeder seinen eigenen Kreativcode entschlüsseln kann. Dabei reduzieren sie die Kreativität auf sieben grundlegende Eigenschaften, die jeweils einen ganz eigenen Charakter darstellen:

K wie Künstler: Die erste Eigenschaft, um Kreatives zu schaffen, ist sich als jemanden zu verstehen, der vorgegebene Pfade verlässt und die eigene schöpferische Ader aktiviert.

R wie Rebell: Kreative Lösungen stellen den Status quo in Frage. Das ist unangenehm und oft harzig. Doch nur wer sich traut, auch mal gegen den Strom zu schwimmen und Bestehendes in Frage zu stellen, kann wirklich kreativ sein.

E wie Enthusiast: Inspiration ist die Grundlage aller neuen Dinge. Sie ist der Funke, der das Feuer und die Idee entzündet. Man muss sich begeistern können, Enthusiast sein, um Neues zu entdecken und Inspiration zu sammeln.

A wie Asket: In unserer Welt von Überangeboten und Sortenvielfalt ist kaum etwas so zerstörerisch für den kreativen Prozess, wie unbegrenzte Mittel. Nur wer sich bewusst einschränken kann, erlebt, wie sich die wenigen wesentlichen Dinge von den vielen unwesentlichen trennen lassen.

T wie Träumer: Es ist viel leichter den Bedenkenträger zu spielen als große Visionen zu entwickeln. Und so haben wir in unserer Gesellschaft eine Vielzahl an Leuten herangezogen, die grundsätzlich zweifeln. Nur wer sich traut zu träumen, kann irgendwann auch Neuland betreten.

I wie Imitator: Es gibt kaum einen einzigartigen Gedanken. Die Welt besteht nicht aus Dingen, die sich jemand spontan ausgedacht hat, sondern auf Weiterentwicklungen des bereits Bestehenden. Kreative, reflektierte Nachahmung ist eine häufig unterschätzte Quelle unserer Kreativität. Man muss nicht bei null anfangen, nein, man darf nicht bei null anfangen.

V wie Virtuose: Wir alles wissen, das noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Und auch keiner, der als kreativer Kopf gefeiert wird, wird sagen, dass alles ohne Fleiß ging. Wie vieles im Leben, so ist auch Kreativität mit harter Arbeit verbunden. Ausdauer, Beharrlichkeit und ein starker Wille sind stets die Grundlagen kreativer Lösungen.

Wo alle sieben zusammenkommen, haben wir die Fähigkeit wirklich Neues zu schaffen. Und weil diese sieben Eigenschaften keine außergewöhnlichen Fähigkeiten sind, lassen sie sich von jedem erlernen, sind Friesike und Gassmann überzeugt.

 

Kreativität ist keine angeborene Fähigkeit. Jeder trägt sie in sich, nur pflegen wir sie nicht, sondern lassen sie im Laufe der Zeit verkümmern.

 

Kreativcode
Die sieben Schlüssel für persönliche und berufliche Kreativität
von Sascha Friesike und Oliver Gassmann
Hanser Verlag (1. Auflage, September 2015)
14,99 Euro
ISBN: 978-3-446-44557-4