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Justizwachtmeister: Arbeit hinter Gittern

Justizwachtmeister: Arbeit hinter Gittern
Die tägliche Arbeit in einer Justizvollzugsanstalt kann enorm belasten.

Sie haben in der Regel mit kriminellen Menschen zu tun, was oft unvorhersehbare Gefahren mit sich bringt: Justizwachtmeister, deren Großteil ihrer Arbeit im Stehen oder Gehen stattfindet.

Macht sich der Justizwachtmeister für seinen täglichen Dienst fertig, zieht er seine Uniform an und bestückt seinen Einsatzgürtel mit stich- und schnittsicheren Handschuhen, Handschellen, Schusswaffe sowie Pfefferspray. All das ist wichtig für seine tägliche Arbeit, bei der er sich und andere im Notfall vor Gefahren schützen muss. Denn Justizwachtmeister haben in der Regel mit kriminellen Menschen zu tun. Ihre Einsatzorte: Gerichte und Justizvollzugsanstalten.

In erster Linie jedoch erledigen Justizwachtmeister Botengänge, fertigen die ein- und ausgehende Post ab, überprüfen Eingänge, führen Taschenkontrollen durch, nehmen eventuelle Gefahrengegenstände in Verwahrung und dokumentieren diese. Im Außendienst überbringen sie Akten und Schriftstücke, bewachen und befördern Wertsachen und arbeiten als Dienstwagenfahrer. Und auch wenn geplant ist, in einigen Jahren nur noch auf die elektronische Akte zu setzen, werden Justizwachtmeister zukünftig weiterhin aufgrund der hohen Sicherheitsstandards notwendig sein.

Schattenseite des Berufs ist die psychische Belastung

Denn eine ihrer anspruchsvollen Aufgaben ist das Begleiten von Häftlingen zu Gerichtsverhandlungen. Hierfür holen Justizwachtmeister diese aus ihrer Zelle ab und begleiten sie zum Gericht, um sie rechtzeitig zur Verhandlung übergeben zu können. Und weil sie in dieser Zeit für den Häftling verantwortlich sind, bleiben sie während der gesamten Anhörung im Verhandlungssaal. Dafür braucht es neben einem hohen Verantwortungsbewusstsein auch eine gewisse psychische Stärke.

Daher sind eine Schattenseite des Berufs die psychischen Belastungen, die nicht zu unterschätzen sind. Die tägliche Arbeit in Justizvollzugsanstalten sowie die realen Gerichtsverhandlungen, die mit denen im Fernsehen ausgestrahlten wenig gemein haben, können enorm belasten. Denn die in der Realität behandelten Sexualstraftaten, Kindesmisshandlungen oder auch Tötungsdelikte verfolgen Justizwachtmeister nicht selten bis in den Feierabend.

Und nur weil die meisten Kriminellen schon hinter Gittern sitzen, heißt es nicht, dass dieser Job ungefährlich ist. Der Beruf bringt oft unvorhersehbare Gefahren mit sich, die zu den Schattenseiten zählen. Dazu noch der tägliche Umgang mit problembelasteten Menschen macht den Job als Justizwachtmeister zu einem Beruf, der sicherlich nicht für jeden geeignet ist. Neben den Gefahren müssen sich zukünftige Justizwachtmeister auch auf Schichtdienste einstellen. Ferner findet ein Großteil ihrer Arbeit im Stehen oder Gehen statt. Justizwachtmeister kommen während ihrer Arbeitszeit, die selten unter 41 Stunden liegt, also wenig zur Ruhe.

Die einzelnen Bundesländer regeln die Ausbildung individuell

Voraussetzung für eine Ausbildung zum Justizwachtmeister, die offiziell Vorbereitungsdienst heißt, ist ein Mindestalter von 18 Jahren sowie mindestens ein Hauptschulabschluss. Zudem sind einwandfreie Deutschkenntnisse, eine außerordentliche körperliche Fitness und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein notwendig. Da die Ausbildung durch eine Verordnung der Bundesländer geregelt wird, variieren viele Angaben der Ausbildung. So kann eine Ausbildung im einfachen Dienst zwischen sechs und 12 Monaten und im mittleren Dienst zwischen sechs bis 18 Monate dauern. In einigen Bundesländern wird zudem ein höher Schulabschluss als ein Hauptschulabschluss gefordert.

Beendet wird der Vorbereitungsdienst mit einer Befähigungsfeststellung – anhand von schriftlichen Arbeiten zu Themen wie Sitzungs-, Vorführungs-, Sicherheits- und Ordnungsdienst, Zustellungswesen und Gerichtsorganisation. Weiterbilden können sich Justizwachtmeister in zwei Jahren zum Beamten im mittleren Justizdienst – mit der Möglichkeit, sich später zum Gerichtsvollzieherdienst weiterbilden zu lassen.

Gehalt: Im einfachen Dienst liegt das Gehalt während der Ausbildung bei etwa 980 Euro brutto monatlich. Nach der Ausbildung können Justizwachtmeister mit rund 2.000 Euro brutto monatlich rechnen.

Julia Jenkner