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Fringe Benefits: Motivation für Mitarbeiter?

Fringe Benefits: Motivation für Mitarbeiter?
Immer öfter laden Unternehmen ihre gesamte Belegschaft zum gemeinsamen Urlaub ein.

Gute Mitarbeiter zu finden und zu halten, ist für Unternehmen eine große Herausforderung. Daher lassen sich Unternehmen immer öfter außergewöhnliche Zusatzleistungen für ihre Arbeitnehmer einfallen.

Der Anteil freiwilliger Zuwendungen an der Gesamtvergütung steigt laut dem Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) und beläuft sich im Durchschnitt auf bis zu 15 Prozent. Geldwerte Vorteile wie eine betriebliche Altersvorsorge, Zuschüsse zum Essen, Weihnachts- und/oder Urlaubsgeld gehören in den meisten Großkonzernen zum Standard-Repertoire. Viele Unternehmen setzen jedoch inzwischen zusätzlich auf kreative, teils auch immaterielle Zusatzleistungen, um die Mitarbeiterbindung auf emotionaler Ebene zu stärken und sich als attraktiver Arbeitgeber für potenzielle Bewerber zu positionieren.

Beliebt und sehr weit verbreitet sind flexible Arbeitszeiten sowie Home-Office-Angebote – oder folgende Ideen:

  • Das Berliner App-Analyse-Unternehmen Adjust bietet seinen Mitarbeitern einen Betriebsausflug der besonderen Art: Einmal im Jahr lädt das Unternehmen die gesamte Belegschaft für eine Woche zum gemeinsamen Urlaub ein – zum Beispiel nach Mexiko. Das Sahnehäubchen: Der Jahresurlaub wird dafür nicht um fünf Tage gekürzt, denn Adjust-Mitarbeiter können selbst entscheiden, wie viel Urlaub sie nehmen.
  • Onefootball aus Berlin ist der Entwickler einer mobilen Fußball-App und setzt auch bei der Bürogestaltung voll auf die „schönste Nebensache der Welt“. Neben dem obligatorischen Tischkicker steht den Mitarbeitern eine Public Viewing-Arena für echtes Stadionfeeling zur Verfügung. Das entscheidende Elfmeter-Schießen kann gleich nachgespielt werden, denn ein echtes Tor auf Kunstrasen lädt zum Büro-Kick ein.
  • Adidas bietet seinen Mitarbeitern zahlreiche monetäre Zusatzleistungen. So können sich Mitarbeiter in Herzogenaurach über Stars und Gastredner bei Mitarbeiterevents freuen. Darunter waren in der Vergangenheit Thomas Müller oder Musik-Star Pharrell Williams.
  • Das traditionsreiche Familienunternehmen Storck unterstützt seine Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung. Diese Hilfe bieten zwar inzwischen zahlreiche Unternehmen an. Das Besondere bei Storck aber ist, wenn einmal Not am Mann ist, können die Mitarbeiter am Standort in Halle ihre Kinder kurzerhand einfach mit zur Arbeit nehmen und den Tag im eigens eingerichteten Familienbüro verbringen, inklusive Spielecke für die Kleinen.
  • SoundCloud hat neben dem Büro in Berlin auch Standorte in den USA und in London, rekrutiert also international. Für die neuen Mitarbeiter hat der Musik-App-Entwickler daher ein umfangreiches Umzugsprogramm aufgesetzt, das die Beschäftigten nicht nur finanziell unterstützt. Besonders ist das „New friends“-Versprechen: Wer bei SoundCloud anfängt, kann sich der Unterstützung der neuen Kollegen bei der Eingewöhnung in Berlin sicher sein.
  • Zausinger aus München bietet seinen Mitarbeitern Hypnosekurse unter anderem zur Entwöhnung für Raucher an. Hinzu kommen weitere Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung – auch für Nicht-Raucher.
  • The Body Shop gibt seinen Mitarbeitern in England fünf Tage Sonderurlaub pro Jahr, an denen diese ehrenamtlichen Tätigkeiten nachkommen können.
  • Airbnb bietet seinen Mitarbeitern in Dublin jährlich umgerechnet rund 1.800 Euro Reisebudget, damit sie die Welt erkunden können.
  • Opus gleicht den regnerischen Alltag seiner Belegschaft im südenglischen Bristol mit einer eigenen Villa in Italien aus. Diese dürfen die Mitarbeiter des Dienstleisters für Recruiting-Lösungen jederzeit kostenfrei besuchen, um den Akku wieder aufzuladen.
  • Rackspace hat ein Herz für Geburtstagskinder, denn die Mitarbeiter des Webhosters haben an ihrem Ehrentag frei.

Vorbild dieser „Fringe Benefits“ ist häufig der US-amerikanische Arbeitsmarkt. Auch die – besonders in der Berliner Start-up-Szene beliebten – kreativen Benefits sind in den USA weit verbreitet. Ein prominentes Beispiel für kuriose Zusatzleistungen ist Google, wo die Hinterbliebenen verstorbener Mitarbeiter zehn Jahre weiterhin die Hälfte des Gehalts erhalten.

In den USA spielen die Zusatzleistungen allerdings auch deshalb eine besonders wichtige Rolle, weil die gesetzlichen Arbeitnehmeransprüche deutlich niedriger sind als in Europa und Deutschland, wie eine Glassdoor-Studie belegt. Und das spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Top 20 Mitarbeiterbenefits aus den USA wider.