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Arbeitsalltag: Integration Geflüchteter erleichtern

Arbeitsalltag: Integration Geflüchteter erleichtern
Ein eigener Job oder Ausbildungsplatz ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration.

Geflüchtete Menschen in Arbeit zu bringen, ist eine der wichtigsten und vorrangigsten Aufgaben im Integrationsprozess. Am besten gelingt das, wenn staatliche, öffentliche und private Akteure zusammenarbeiten. Laut Personaler hapert es allerdings an fünf wichtigen Bereichen.

Im derzeitigen Bundestagswahlkampf spielt das Thema Integration nur eine untergeordnete Rolle. Zwar ist man sich einig, dass ein schneller Einstieg in Ausbildung oder Arbeit für Geflüchtete erfolgsentscheidend ist. Nachdem jedoch bereits im letzten Jahr erste Verbesserungen, beispielsweise hinsichtlich der teilweisen Aussetzung der Vorrangprüfung, verabschiedet wurden, lassen weitere Anpassungen des gesetzlichen Rahmens auf sich warten.

Ein aktuelles Standpunktpapier der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) zeigt, an welchen Stellen es noch Nachholbedarf gibt. Unter dem Titel „Hürden abbauen: Die Integration Geflüchteter in den betrieblichen Alltag erleichtern!“ werden insgesamt 21 Forderungen aufgestellt. Sie wurden im Rahmen eines mehrstufigen Dialogprozesses formuliert, an dem zahlreiche DGFP-Mitgliedsunternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen beteiligt waren. Das Papier spiegelt somit die Erfahrungen aus der betrieblichen Praxis unmittelbar wider.

In fünf Bereichen sehen die HR-Experten besonderen Handlungsbedarf:

• Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern: Hier geht es unter anderem um die vollständige Abschaffung der Vorrangprüfung und um die damit verbundene Beseitigung von Hürden beim Zugang zur Zeitarbeit.

• Planungssicherheit für Geflüchtete und Unternehmen erhöhen: Es gilt unter anderem, Abschiebungen während einer Qualifizierungsmaßnahme auszusetzen oder auch Regelungen über die Bundesländer hinweg zu vereinheitlichen.

• Sprachkompetenz als Schlüssel für die Integration in den Arbeitsmarkt stärken: Ein schnellerer Zugang zu Sprach- und Integrationskursen ist ebenso erforderlich wie die Ausdehnung von Fördermöglichkeiten für diese Kurse.

• Geflüchtete beim Start in das Berufsleben gezielt unterstützen: Aus Sicht der Personaler braucht es beispielsweise mehr Informationen für Geflüchtete über den Arbeitsalltag in Deutschland. Aber auch frühzeitige und praxisnahe Kompetenzfeststellungsverfahren sind ein wichtiger Punkt.

• Betriebliche Integrationsmaßnahmen anpassen und erleichtern: Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente für Flüchtlinge sind an einigen Stellen zu starr und ungeeignet für spezifische betriebliche Belange. Darüber hinaus wäre auch die Anerkennung betrieblich organisierter modularer Qualifizierungen sinnvoll.

„Ein eigener Job oder Ausbildungsplatz ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration“, betont Katharina Heuer, Vorsitzende der DGFP-Geschäftsführung. „In unserem Netzwerk erleben wir nach wie vor viel Engagement bei der Integration von Geflüchteten in Unternehmen. Wir sehen aber auch, an welchen Stellen es noch Handlungsbedarf gibt. Hier sind Politik und Verwaltung gefragt, um die Eingliederung von Geflüchteten in den betrieblichen Alltag weiter zu erleichtern.“